{"id":398,"date":"2026-05-20T12:08:51","date_gmt":"2026-05-20T10:08:51","guid":{"rendered":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/?page_id=398"},"modified":"2026-05-20T12:08:51","modified_gmt":"2026-05-20T10:08:51","slug":"grenzen-im-museum","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/?page_id=398","title":{"rendered":"Grenzen im Museum\u00a0"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-larger-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Konstruktion nationaler Identit\u00e4ten durch Erinnerungsarbeit und Inszenierung<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-primary-color has-background-background-color has-text-color has-background has-normal-font-size\" style=\"text-transform:none\">by Sarah Levstock <\/h1>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-background-background-color has-background has-small-font-size\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-group alignwide\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Museen als H\u00fcter und Erz\u00e4hler von Geschichte haben im Laufe der Zeit eine facettenreiche Rolle als kulturelle Institutionen eingenommen; nicht nur als Bewahrer von Artefakten vergangener Epochen, sondern auch als Erinnerungsorte, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Geschichte lebendig und zug\u00e4nglich zu gestalten. In diesem Kontext r\u00fcckt die Inszenierung von Grenzen im Museum als ein faszinierendes und zugleich bedeutungsvolles Element in den Fokus der Betrachtung. Museen dienen nicht nur dazu, historische Ereignisse zu pr\u00e4sentieren, sondern auch dazu, ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr komplexe kulturelle, politische und soziale Zusammenh\u00e4nge zu vermitteln. Durch eine Analyse der Darstellung von Grenzen in musealen Ausstellungen kann besser verstanden werden, wie diese Institutionen dazu beitragen, die nationale Identit\u00e4t zu formen und historische Narrative zu pr\u00e4gen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 2,<em> Erinnerungsarbeit im Museum,<\/em> besch\u00e4ftigt sich mit der wesentlichen Rolle, die Museen bei der Erinnerungsarbeit haben. Durch die enge Verbindung von Erinnerungskultur und Erinnerungsarbeit formen Museen Geschichten und historische Narrative, wobei sie Herausforderungen, wie die Darstellung von Konflikten und die Vermittlung positiver Sinngebungen, bew\u00e4ltigen m\u00fcssen. Insgesamt leisten Museen einen bedeutenden Beitrag zur Bildung einer informierten und aufgekl\u00e4rten Gesellschaft, indem sie eine Br\u00fccke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schaffen und Raum f\u00fcr kritische Reflexion \u00fcber kollektive Geschichtsausbildung bieten. Kapitel 2.1 <em>Auswirkung auf Besucher:innen<\/em> verdeutlicht, dass Museen keine neutralen Vermittler von Wissen sind, sondern stets Einfluss auf den\/die Besucher:in nehmen.&nbsp; Kapitel 3<em> Die Bedeutung von Grenzen<\/em> verdeutlicht, dass Grenzen nicht nur als physische oder politische Trennlinien fungieren, sondern auch als Tr\u00e4ger vielschichtiger Bedeutungen und symbolischer Konstrukte, die Identit\u00e4ten formen und kollektive Erinnerungen verankern. <em>Die Inszenierung von Grenzen im Museum<\/em> (Kapitel 4) ist eine \u00dcberleitung f\u00fcr die beispielhafte Veranschaulichung der Museen in Slowenien und Ungarn, die in Kapitel 4.1 <em>Bsp. 1<\/em> <em>Varuhi Meje (Musuem Slowenien) <\/em>sowie 4.2 <em>Bsp. 2<\/em> <em>Hungarian Border Guards Museum (Museum Ungarn)<\/em> beschrieben und analysiert werden. Diese zwei Kapitel versuchen anhand der Beispiele zu zeigen, welche unterschiedlichen Narrative die Museen durch ihre Ausstellungen vermitteln.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Museen als Erinnerungsorte anhand der Darstellung von Grenzen in zwei Museen in Slowenien und Ungarn. Ziel ist es, zu analysieren, welches Bild von Grenzen und Nationen den Besucher:innen vermittelt wird, und wie diese Darstellungen die Besucher:innen beeinflussen k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Erinnerungsarbeit im Museum<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erinnerungsarbeit ist ein zentraler Bestandteil von Museen, da sie wesentlich zur Bewahrung und Interpretation von Geschichte beitragen. Durch die Ausstellung historischer Artefakte, die Kontextualisierung davon und die Pr\u00e4sentation verschiedener Perspektiven erm\u00f6glichen Museen ein umfassendes Verst\u00e4ndnis vergangener Ereignisse. Dar\u00fcber hinaus bieten sie einen Raum f\u00fcr kritische Reflexion und Bildung, was zur Entwicklung einer informierten und reflektierten Gesellschaft beitr\u00e4gt. Museen haben auch einen Einfluss auf den gesellschaftlichen Diskurs, indem sie unterschiedliche Themen aufgreifen und Interpretationen pr\u00e4gen. Insgesamt tragen Museen durch ihre Erinnerungsarbeit dazu bei, das kulturelle Ged\u00e4chtnis zu bewahren, Geschichte lebendig zu halten und einen Beitrag zur Bildung einer informierten Gesellschaft zu leisten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kulturelle Ged\u00e4chtnis, wie von Jan Assmann (2005) beschrieben, umfasst mythische Ereignisse aus der fernen Vergangenheit. Diese Ereignisse bilden Grundlagen f\u00fcr Identit\u00e4t und Koh\u00e4renz von Gesellschaft und fixieren wichtige Ereignisse in kulturellen Objekten und Ritualen (Erll 2011: 31). Unterschiedliche Gesellschaften gehen unterschiedlich mit Ver\u00e4nderungen in der Erinnerungskultur um. Dabei ist das kollektive Ged\u00e4chtnis durch die Selektion von Erinnerungen sowie durch das Zusammenspiel von Vergessen und Erinnern gepr\u00e4gt (Assmann 2005: 52). In diesem Kontext spielen Museen eine entscheidende Rolle, indem sie nicht nur als Bewahrer von Artefakten dienen, sondern auch als zentrale Orte der Erinnerungskultur, die Geschichten und historische Narrative vermitteln. Dadurch wird das Museum zu einem der wichtigsten R\u00e4ume, die das sog. kulturelle Ged\u00e4chtnis reproduzieren (Habsburg-Lothringen 2019: 3).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Museen, die gesellschaftlich historische Themen aufarbeiten, weisen eine besonders enge Beziehung zwischen Erinnerungskultur und Erinnerungsarbeit auf. Gleichzeitig beeinflusst die gesellschaftliche Erinnerungskultur die Arbeit des Museums, indem sie Themen und Interpretationen pr\u00e4gt (Radoni\u0107\/Uhl 2020: 11f.). Zusammen formen Erinnerungsarbeit und Erinnerungskultur die Art und Weise, wie Geschichte im Museum dargestellt und vermittelt wird (ebd.). Somit k\u00f6nnte man von einer reziproken Beziehung zwischen Erinnerungskultur und musealen Arbeit sprechen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Museen tragen dazu bei, Geschichte in ihrer Vielschichtigkeit zu erfassen, unterschiedliche Perspektiven zu pr\u00e4sentieren und somit einen Beitrag zur Bildung einer informierten und reflektierten Gesellschaft zu leisten. Die St\u00e4rke der Erinnerungsarbeit in Museen liegt in ihrer F\u00e4higkeit, Br\u00fccken zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen, die Kontinuit\u00e4t menschlicher Erfahrungen zu bewahren und einen Raum f\u00fcr kritische Reflexion \u00fcber unsere kollektive Geschichte zu \u00f6ffnen. Insgesamt sind Erinnerungsarbeit und Erinnerungskultur im Museum untrennbar miteinander verbunden und tragen gemeinsam dazu bei, wie Geschichte erinnert, verstanden und interpretiert wird.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Auswirkung auf Besucher:innen&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/h6>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist es klar, dass Museen nicht nur Einfluss auf den\/die einzelne:n Besucher:in haben, sondern sogar auf das gesamte nationalstaatliche Bewusstsein, denn \u201e[\u2026] das Museum sagt und zeigt den Menschen, wer und wie sie sind\u201c (Habsburg-Lothringen 2019: 4). Essenziell f\u00fcr diese Darstellung bzw. Vermittlung im Museum sind Objekte. Diese k\u00f6nnen als verbindende Symbole f\u00fcr Gemeinschaften agieren und dienen so als Repr\u00e4sentation einer gemeinsamen Geschichte und als identit\u00e4tsstiftende Elemente (ebd.). Vor allem durch die Darstellung des vermeintlich <em>Anderen<\/em> k\u00f6nnen allerdings auch negative Stereotype und Narrative verst\u00e4rkt werden (Radoni\u0107\/Uhl 2020: 8). Dies verdeutlicht, dass Museen l\u00e4ngst nicht nur objektives Wissen zu bestimmten Themen vermitteln. Im Gegenteil: In diesen R\u00e4umen findet auch eine gewisse Einflussnahme auf Werte, Normen bis hin zur Identit\u00e4tsbildung statt (Habsburg-Lothringen 2019: 3).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So ist es klar zu sagen, dass Museen niemals neutral sein k\u00f6nnen (Habsburg-Lothringen 2019: 4).&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMuseen sind immer schon Produkte der Gesellschaften, die sie betreiben, und gepr\u00e4gt von den Vorgaben der (kultur-)politisch Machthabenden sowie den gesellschaftlichen Eliten, die als Finanziers oder in verantwortlicher Position festlegen, welche Themen in Museen verhandelt werden und welche Objekte w\u00fcrdig und wert sind, in eine Sammlung als Basis sp\u00e4terer Erz\u00e4hlungen Eingang zu finden.\u201c (Ebd.)&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Beeinflussung ist nicht zwangsl\u00e4ufig manipulativ, sondern zielt vielmehr darauf ab, die Besucher:innen zu informieren, zu inspirieren und zum Nachdenken anzuregen. Indem das Museum verschiedene Perspektiven pr\u00e4sentiert, komplexe Zusammenh\u00e4nge erkl\u00e4rt und zur kritischen Reflexion anregt, kann es einen wertvollen Beitrag zur Bildung und kulturellen Entwicklung seiner Besucher:innen leisten.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Die Bedeutung von Grenzen&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-color has-text-color wp-block-paragraph\">Im Kontext der bereits dargestellten Themen spielt die Bedeutung von Grenzen eine zentrale Rolle. Grenzen sind nicht nur physische oder politische Trennlinien, sondern auch Tr\u00e4ger vielschichtiger Bedeutungen und symbolischer Konstrukte. Sie markieren nicht nur territoriale Abgrenzungen, sondern auch kulturelle, soziale und ideologische Schranken. Grenzen fungieren als Schnittstellen, an denen Identit\u00e4ten geformt, Machtverh\u00e4ltnisse manifestiert und kollektive Erinnerungen verankert werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnlich beschreibt auch Ernest Gellner Nationen, Gruppen innerhalb bestehender Grenzen, die sich durch verschiedene Kriterien definieren lassen k\u00f6nnen: \u201eDie meisten \u00fcberdauernden Gruppen gr\u00fcnden sich auf eine Mischung aus Loyalit\u00e4t und Identifikation [\u2026] und \u00e4u\u00dferen Anreizen positiver oder negativer Art, auf Hoffnungen und \u00c4ngste\u201c (Gellner 1995: 83). Ein weiteres Kriterium ist, dass Menschen nur in Gemeinschaften leben k\u00f6nnen, wenn sie eine gemeinsame Kultur teilen (ebd., S. 85). Nation w\u00e4re so durch eine kulturelle Grenze bzw. durch eine gemeinsame \u201eKultur\u201c, oder vielleicht sogar eine gemeinsame \u201eHochkultur\u201c definierbar.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Konzept der Grenze dient demnach als Manifestation sozialer Ordnung und Hierarchien sowie als Instrument der Abgrenzung und Inklusion. Dadurch wird gleicherma\u00dfen klar, dass das Gef\u00fchl von Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Nation tief in der Identit\u00e4t des Menschen verankert ist (Anderson 1998, S. 17ff.). Die Vorstellung einer Nation impliziert ein Verst\u00e4ndnis von r\u00e4umlicher Begrenztheit, das neben der eigenen Nation auch das Bewusstsein f\u00fcr andere Nationen einschlie\u00dft. Diese Vorstellung umfasst eine vage Kenntnis \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe der eigenen Nation. Obwohl explizite Zustimmung nicht zwingend erforderlich ist, existiert dennoch eine kollektive Vorstellung von einem gemeinsamen <em>Wir<\/em>, das diese Begrenztheit umfasst (ebd.).&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zusammenhang mit Erinnerungsarbeit und dem kulturellen Ged\u00e4chtnis lassen sich Grenzen als Schnittstellen betrachten, an denen historische Narrative konstruiert und vermittelt werden. Sie fungieren als Erinnerungsorte, an denen kollektive Identit\u00e4ten geformt und nationale Narrative verfestigt werden. Durch die Darstellung von Grenzen in Museen als Erinnerungsorte werden nicht nur historische Ereignisse und kulturelle Entwicklungen reflektiert, sondern auch die Konstruktion von Identit\u00e4t und Zugeh\u00f6rigkeit hinterfragt. Gleichzeitig hat genau eine solche Konstruktion von Zugeh\u00f6rigkeit und Ausschluss eine weitreichende Auswirkung auf die Formung des \u00f6ffentlichen Bewusstseins und der nationalen Identit\u00e4t (Sutherland 2014: 177).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-color has-text-color wp-block-paragraph\">Grenzen sind somit mehr als nur physische Barrieren; sie repr\u00e4sentieren komplexe soziale Konstrukte und kulturelle Konzepte, die tiefe Auswirkungen auf individuelle und kollektive Erfahrungen haben. Ihre Bedeutung erstreckt sich weit \u00fcber ihre materielle Existenz hinaus und pr\u00e4gt die Art und Weise, wie Geschichte erinnert, verstanden und interpretiert wird ma\u00dfgeblich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Zur Inszenierung von Grenzen im Museum&nbsp;<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp;Nationale Grenzen k\u00f6nnen im Museum, je nach den Zielen und dem Thema der Ausstellung, auf verschiedene Arten pr\u00e4sentiert werden. Eine g\u00e4ngige Methode ist die Verwendung von Objekten, wie etwa Karten oder Modellen, um die genauen Positionen von Staatsgrenzen und ihre Ver\u00e4nderungen im Laufe der Zeit zu zeigen&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"2048\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-1-Karte-1536x2048.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-385\" srcset=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-1-Karte-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-1-Karte-450x600.jpg 450w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-1-Karte-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-1-Karte-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-1-Karte-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-1-Karte-1980x2640.jpg 1980w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-1-Karte-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Museen k\u00f6nnen weiterhin historische Artefakte wie Grenzmarkierungen, Grenzsteine oder Alltagsgegenst\u00e4nde der dort stationierten Soldaten ausstellen, um den Besucher:innen einen Einblick in die physischen Aspekte der Grenzziehung und dem Leben an der Grenze zu geben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"2048\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-2-Grenzstein-1536x2048.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-386\" style=\"aspect-ratio:1;object-fit:cover\" srcset=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-2-Grenzstein-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-2-Grenzstein-450x600.jpg 450w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-2-Grenzstein-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-2-Grenzstein-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-2-Grenzstein-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-2-Grenzstein-1980x2640.jpg 1980w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-2-Grenzstein-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Museen k\u00f6nnen schlie\u00dflich Geschichten von Einzelpersonen oder Gemeinschaften pr\u00e4sentieren, die von Grenzverschiebungen bzw. -ziehungen betroffen waren\/sind. Pers\u00f6nliche Erz\u00e4hlungen k\u00f6nnen einen emotionalen Zugang zu diesem Thema bieten und den Besucher:innen helfen, sich mit den Auswirkungen von Grenzen auf das t\u00e4gliche Leben auseinanderzusetzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"2048\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-3-Liebesbrief-1536x2048.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-387\" srcset=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-3-Liebesbrief-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-3-Liebesbrief-450x600.jpg 450w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-3-Liebesbrief-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-3-Liebesbrief-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-3-Liebesbrief-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-3-Liebesbrief-1980x2640.jpg 1980w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-3-Liebesbrief-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig dienen geschichtliche Museen auch als Foren, in denen Besucher:innen die Verbindung zwischen abstrakten Konzepten wie Staatsb\u00fcrgerschaft, nationaler Zugeh\u00f6rigkeit und deren allt\u00e4glichen Auswirkungen auf Individuen erkunden k\u00f6nnen (Sutherland 2014: 177). Museen konstruieren nicht nur nationale Identit\u00e4ten, sondern beeinflussen auch die Vorstellung davon, wer zur Nation geh\u00f6rt und wer davon ausgeschlossen ist (ebd.). Insgesamt bieten Museen eine breite Palette von M\u00f6glichkeiten, um nationale Grenzen zu pr\u00e4sentieren. Diese Pr\u00e4sentationen tragen dazu bei, ein umfassendes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bedeutung und Auswirkungen von Grenzen in der Geschichte und Gegenwart zu f\u00f6rdern. In den folgenden zwei Abschnitten werden zwei Museen besprochen, die sich mit Grenzen auseinandersetzen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Museum <em>Varuhi Meje<\/em> (Slowenien)<\/strong><\/h6>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Museum <a href=\"https:\/\/www.park-goricko.org\/go\/1231\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Varuhi Meje<\/em>&nbsp;<\/a> (Grenzschutz-Museum) in Slowenien ist ein faszinierendes kulturelles Zentrum, das sich der Erforschung und Darstellung von der Grenze zwischen Slowenien und Ungarn im Gebiet Prekmurje widmet.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"200\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-4-Varuhi-Meje.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-388\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es liegt in der Gemeinde Petrovci in der Region Prekmurje und finanziert sich durch lokale Mittel. Das Museum spielt eine wichtige Rolle f\u00fcr die Darstellung und Bewahrung der Geschichte der Region Prekmurje, insbesondere in Bezug auf die Grenze zu Ungarn. Durch seine einzigartige Sammlung und Ausstellung bietet es Besucher:innen die M\u00f6glichkeit, sich mit der Geschichte, Bedeutung und Vielfalt der slowenisch-ungarischen Grenze auseinanderzusetzen. Als ein wichtiger Erinnerungsort tr\u00e4gt das Museum dazu bei, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Rolle von Grenze in verschiedenen gesellschaftlichen und zeitlichen Kontexten zu vertiefen und einen Einblick in die damit verbundenen historischen, politischen und kulturellen Aspekte zu erm\u00f6glichen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Grenzmuseum auf der slowenischen Seite wurde der Schwerpunkt auf die slowenisch-ungarische Grenze in der Region von Prekmurje gelegt. Das Museum geht ausf\u00fchrlich auf kulturhistorische sowie geo-politische Ereignisse an der Grenze und deren Auswirkungen auf die umliegende Umgebung und Gesellschaft ein. Das Museum beherbergt ausgew\u00e4hlte Exponate, darunter Uniformen, Landkarten, Grenzsteine, Alltagsgegenst\u00e4nde der Soldaten, und Stacheldraht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"2048\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-5-Stacheldraht-1536x2048.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-389\" srcset=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-5-Stacheldraht-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-5-Stacheldraht-450x600.jpg 450w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-5-Stacheldraht-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-5-Stacheldraht-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-5-Stacheldraht-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-5-Stacheldraht-1980x2640.jpg 1980w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-5-Stacheldraht-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Veranschaulichung und Einordnung von Ausstellungsobjekten, wie etwa Landkarten, erm\u00f6glichte es, die Festlegung, den Verlauf und die potenzielle Ver\u00e4nderung der Grenze im Laufe der Zeit besonders gut zu verstehen. Das Museum bietet neben den Exponaten eine umfassende Kontextualisierung der Ausstellung in Form von viersprachigen Informationstafeln, die verschiedenste Aspekte an der Grenze zu Ungarn darlegen. Diese Kombination von Text, Bildern und Objekten tr\u00e4gt dazu bei, die Grenze von Slowenien zu Ungarn in der Region Prekmurje zu verdeutlichen. Dabei werden die vielf\u00e4ltigen, mit der Grenze zusammenh\u00e4ngenden Themen sowie die lokale Geschichte lebendig und greifbar dargestellt. Im Grenzmuseum auf der slowenischen Seite wurde ein Bild von der lokalen Grenze vermittelt, das stark mit der regionalen Geschichte und den kulturellen Ereignissen im Gebiet von Prekmurje verbunden ist. Insbesondere die chronologische Darstellung verschiedener Ereignisse und Konflikte im Verlauf der Geschichte bietet den Besucher:innen einen fundierten \u00dcberblick \u00fcber die historischen Entwicklungen. Themen wie der Anschluss von Prekmurje an das SHS K\u00f6nigreich, die Grenzziehung vor Ort zwischen 1921 und 1924, das Alltagsleben der Soldaten, der Zweite Weltkrieg, der Krieg um Pomurje (ein Gebiet in Prekmurje) und \u00c4hnliches geben Auskunft \u00fcber die turbulente Vergangenheit an der Grenze. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"2048\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-6-Grenzziehung-1536x2048.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-390\" srcset=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-6-Grenzziehung-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-6-Grenzziehung-450x600.jpg 450w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-6-Grenzziehung-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-6-Grenzziehung-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-6-Grenzziehung-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-6-Grenzziehung-1980x2640.jpg 1980w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-6-Grenzziehung-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese zeitliche Aufarbeitung erm\u00f6glicht es, Zusammenh\u00e4nge besser zu verstehen und die Ursachen und Folgen der Ereignisse zu erfassen. Themen, wie die Tagesroutine der Soldaten, der demokratische Prozess Sloweniens sowie der Beitritt zum Schengenraum, werden ebenfalls behandelt.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Geschichtsdarstellung im Museum sehr einseitig ist. Obwohl sich das Museum intensiv mit der Grenze zu Ungarn befasst, wird ausschlie\u00dflich die slowenische Perspektive dargestellt. Es wird zu keiner Zeit ein Standpunkt der ungarischen Seite wiedergegeben. Ebenso findet sich keine Repr\u00e4sentation einer m\u00f6glichst neutralen, \u00fcbergreifenden Perspektive.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist wichtig zu betrachten, wie Museen bestimmte Narrative konstruieren, da dies direkte Auswirkungen darauf hat, wie Besucher:innen Geschichte und komplexe historische Ereignisse verstehen. Aufgrund der einseitigen Geschichtserz\u00e4hlung im <em>Varuhi Meje<\/em> entsteht ein bestimmtes Narrativ, das vor allem die Perspektive und Interessen Sloweniens hervorhebt, w\u00e4hrend die Sichtweisen und Standpunkte der ungarischen Seite entweder vernachl\u00e4ssigt oder nicht angemessen dargestellt werden. Dies kann dazu f\u00fchren, dass Besucher:innen ein l\u00fcckenhaftes oder verzerrtes Verst\u00e4ndnis von den historischen Ereignissen und der Bedeutung der Grenze erhalten, da sie nur eine Seite der Geschichte erfahren.&nbsp;&nbsp;<strong>&nbsp;<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong><em>Ungarisches Grenzschutzmuseum<\/em> (Ungarn)&nbsp;&nbsp;<\/strong>&nbsp;<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/h6>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als zwischen 1921 und 1924 nach dem Vertrag von Trianon die Grenze zwischen Ungarn und Slowenien gezogen wurde, verwandelte sich Ap\u00e1tistv\u00e1nfalva in einen Grenzort. Dies f\u00fchrte dazu, dass der Grenzschutz zu einem zentralen Thema in diesem kleinen Ort wurde. Dort befindet sich heute das <a href=\"https:\/\/apatistvanfalva.hu\/hataror-emlekhely\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ungarische Grenzschutzmuseum<\/a>, welches sich dem Erbe der ungarischen Grenzschutztruppen widmet.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"200\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-7-Hungarian-BGM.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-391\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Tr\u00e4ger dieses Museums fungiert die ungarische Regierung, was seine Bedeutung als offizielle Institution f\u00fcr die Bewahrung und Darstellung der Geschichte des Grenzschutzes unterstreicht. Durch seine besondere Sammlung von Artefakten bietet das Museum den Besucher:innen die M\u00f6glichkeit, die Geschichte der Grenzsicherung in Ungarn zu erkunden. Die Auswirkungen auf die lokale Region und den Ort Ap\u00e1tistv\u00e1nfalva stehen hier eher im Hintergrund.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Grenzmuseum auf der ungarischen Seite war reich an <a href=\"https:\/\/hiddentreasureshungary.wordpress.com\/2017\/05\/19\/border-guard-museum-apatistvanfalva\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Exponaten<\/a>, jedoch bot es vergleichsweise wenig Textinhalte, wodurch Einiges an Geschichte und Informationen verloren geht. Beim Betreten des Museums sieht man auf dem ersten Blick die Dichte an ausgestellten Exponaten, die auf den Nationalstolz Ungarns hindeuten. Gro\u00dfe Fahnen mit goldenen Details h\u00e4ngen von der Decke, Portraits von Gener\u00e4len sind an den W\u00e4nden zu sehen und historische Artefakte sind ausgestellt, um eine eindrucksvolle Darstellung der milit\u00e4rischen Geschichte zu bieten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"2048\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-8-Generaele-1536x2048.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-392\" srcset=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-8-Generaele-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-8-Generaele-450x600.jpg 450w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-8-Generaele-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-8-Generaele-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-8-Generaele-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-8-Generaele-1980x2640.jpg 1980w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Abb-8-Generaele-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jeder Raum im Museum hat einen anderen thematischen Schwerpunkt und wurde den allt\u00e4glichen Leben und Lebensr\u00e4umen der Soldaten nachempfunden, wodurch man in die jeweilige kulturelle und historische Situation eintauchen kann. Diese verschiedenen R\u00e4ume versuchen dadurch eine tiefergehende Erz\u00e4hlung der nationalen Geschichte zu inszenieren. Ein Raum, der einer Funkstation gewidmet ist, verdeutlicht neben der Bedeutung der Kommunikation und Technologie f\u00fcr die Soldaten auch die strategische Wichtigkeit der Grenzsicherung f\u00fcr das Land. Das Schlafzimmer mit seinem Bett, Schreibtisch und Schreibmaschine verdeutlich die private Umgebung der Soldaten, aber illustriert auch die Alltagsroutine und den Einsatz, den sie f\u00fcr ihr Land geleistet haben. Der Aufenthaltsraum wiederum l\u00e4sst Besucher:innen nachempfinden, wie die Freizeitgestaltung der Soldaten ausgesehen hat und soll auch den Zusammenhalt und die Solidarit\u00e4t innerhalb der Einheit symbolisieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Museum werden neben zahlreichen ausgestellten Abzeichen der Soldaten und Gener\u00e4le, auch sogenannte Liebesromane gezeigt. Diese bieten eine Reflexion \u00fcber die sozialen Normen und die Rolle der Soldaten in der Grenzregion. Durch die Warnung vor Beziehungen mit Bewohnerinnen des feindlichen Gebiets wird nicht nur die Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber der eigenen Nation betont, sondern auch die Spannung und Unsicherheit in der Grenzregion thematisiert.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fotografien von Soldaten mit ihren tierischen Begleitern, Fahrzeugen und Kollegen vermitteln einen visuellen Eindruck vom Soldatenleben und illustrieren die vielschichtigen Aspekte der milit\u00e4rischen Pr\u00e4senz in der Grenzregion. Die Inszenierung der Exponate im Museum stellt ein Bild von Nation dar, das stark auf die milit\u00e4rische Pr\u00e4senz und die Sicherung der Grenze fokussiert ist. Vor allem die Bedeutung der Loyalit\u00e4t zur eigenen Nation und die Spannungen in der Grenzregion werden hervorgehoben. Die Exponate bieten einen Einblick in das Leben als Soldat an der Grenze und visualisieren die sozialen Normen der Zeit. Das f\u00fchrt zu einem tieferen Verst\u00e4ndnis und l\u00e4dt zu einer Auseinandersetzung mit der nationalen Geschichte ein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-color has-text-color wp-block-paragraph\">Das Grenzmuseum auf der ungarischen Seite vermittelt demnach ein Bild der Grenze, das stark von Nationalstolz gepr\u00e4gt ist. Die reiche Ausstattung an Exponaten und die fehlenden Textinhalte deuten darauf hin, dass der Fokus auf der visuellen Darstellung und der symbolischen Repr\u00e4sentation liegt. Gleichzeitig schafft die Ausstellung so eine beeindruckende Inszenierung der milit\u00e4rischen Geschichte und betont den Stolz der nationalen Identit\u00e4t Ungarns. Die r\u00e4umliche Gestaltung des Museums erm\u00f6glicht es den Besucher:innen, in verschiedene kulturelle und historische Situationen einzutauchen, insbesondere in das Leben und die Umgebung der ungarischen Soldaten. Durch die gesamte Aufmachung des Museums wird ein Bild von Disziplin, Solidarit\u00e4t und Verbundenheit mit dem eigenen Land vermittelt und unterstreicht zudem den Zusammenhalt innerhalb der Armee und die Werte, die mit dem Milit\u00e4rdienst verbunden waren. Insgesamt wird durch die Ausstellung ein nationalistisches Narrativ gef\u00f6rdert, das die Bedeutung der Grenze f\u00fcr die nationale Identit\u00e4t und den Stolz auf das Land hervorhebt. \u00c4hnlich wie im Museum auf der slowenischen Seite fokussiert man sich auch im ungarischen Museum auf eine sehr einseitige Erz\u00e4hlung der Geschichte, hier nat\u00fcrlich aus ungarischer Sicht. Das Bild von Nation, das durch das Grenzmuseum auf der ungarischen Seite vermittelt wird, ist wie bereits ausgef\u00fchrt von einem starken Nationalstolz gepr\u00e4gt. Jedoch f\u00f6rdert die einseitige Erz\u00e4hlung der Geschichte aus ungarischer Sicht ein nationalistisches Narrativ. Durch die einseitige Repr\u00e4sentation wird die Bedeutung der Grenze f\u00fcr die nationale Identit\u00e4t betont, aber auch das Bild der historischen Ereignisse zu einem gewissen Grad verf\u00e4lscht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Conclusio&nbsp;<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Analyse der Darstellung von Grenzen in Museen als Erinnerungsorte hat gezeigt, dass Museen eine entscheidende Rolle bei der Konstruktion und Vermittlung von Grenzbildern spielen. Durch die Inszenierung von Grenzen formen Museen nicht nur das Verst\u00e4ndnis historischer Ereignisse, sondern pr\u00e4gen auch das Bild von Nationen und Identit\u00e4ten f\u00fcr die Besucher:innen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Darstellung von Grenzen als Erinnerungsorte in Museen anhand zwei konkreter Beispiele aus Slowenien zu analysieren. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den spezifischen Bildern von <em>Grenze<\/em> und <em>Nation<\/em>, die diese Institutionen vermitteln. Durch eine detaillierte Betrachtung der Ausstellungen und Pr\u00e4sentationen in den Museen wird ein Einblick in die narrative Gestaltung und die damit verbundenen Perspektiven auf Grenzen und nationale Identit\u00e4ten gewonnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Museum <em>Varuhi Meje<\/em> in Slowenien konzentriert sich auf die lokale Geschichte der Grenzregion zu Ungarn und hebt die Relevanz der Grenze f\u00fcr die dortige Gemeinschaft hervor. Jedoch wird die Darstellung prim\u00e4r aus der slowenischen Perspektive pr\u00e4sentiert, w\u00e4hrend die Sichtweise der ungarischen Seite vernachl\u00e4ssigt wird. Im Gegensatz dazu betont das <em>Grenzschutzmuseum<\/em> in Ungarn einen starken Nationalstolz und hebt die Bedeutung der Grenze f\u00fcr die ungarische Identit\u00e4t hervor. Auch hier wird jedoch eine einseitige Erz\u00e4hlung pr\u00e4sentiert, die die Perspektive der Gegenseite nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt. Eine sehr einseitige Erz\u00e4hlung ist den beiden Museen also gemein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Erkenntnisse bieten einen kleinen Beitrag zum Verst\u00e4ndnis der Art und Weise, wie Museen als Erinnerungsorte verschiedene Bilder von Grenzen und Nationen vermitteln k\u00f6nnen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Literatur <\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anderson, Benedict (1998): Die Erfindung der Nation: zur Karriere eines folgenreichen Konzepts. Berlin: Ullstein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Assmann, Jan (2005), Das kulturelle Ged\u00e4chtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identit\u00e4t in fr\u00fchen Hochkulturen. M\u00fcnchen: Beck.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erll, Astrid (2011), Kollektives Ged\u00e4chtnis und Erinnerungskulturen. Eine Einf\u00fchrung. Stuttgart\/Weimar: Metzler.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Griesser-Stermscheg, Martina\/Haupt-Stummer Christine\/H\u00f6llwart Renate\/Jaschke Beatrice\/Sommer Monika\/Sternfeld Nora\/Ziaja Luisa (2020), Das Museum der Zukunft*. In: Schnittpunkt, Joachin Baur (Hrsg.) Das Museum der Zukunft. 43 neue Beitr\u00e4ge zur Diskussion \u00fcber die Zukunft des Museums. Bielefeld: Transcript Verlag: 17-31.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gellner, Ernest (1995): Nationalismus und Moderne. Hamburg: Rotbuch: 83-97.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Habsburg-Lothringen, Bettina (2019), Museum und Bildung. Welches Wissen vermitteln Museen? In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium f\u00fcr Forschung, Praxis und Diskurs. (35\/36), Wien.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sutherland, Claire. 2014. \u201cBorders of\u202fBelonging: The UK Border Agency Museum as a Nation-Building\u202fSite.\u201d In\u202fChallenging History in the Museum, eds.\u202fJenny Kidd, Sam Cairns, Alex Drago, and Amy Ryall. London:\u202fRoutledge, 175\u2013186.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Radonic Liljana\/Uhl, Heidemarie (2020), Das zeithistorische Museum und seine theoretischen Verortungen. Zur Einleitung. Radonic Liljana\/Uhl Heidemarie (Hrsg.) Das umk\u00e4mpfte Museum Zeitgeschichte ausstellen zwischen Dekonstruktion und Sinnstiftung. Bielefeld: Transcript Verlag: 7-26.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Links <\/strong>(Metalinks im Text)&nbsp;<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Link 1 <em>Varuhi Meje<\/em> 5&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.park-goricko.org\/go\/1231\">https:\/\/www.park-goricko.org\/go\/1231<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Link 2 <em>Hungarian Border Guards Museum<\/em> 7&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/apatistvanfalva.hu\/hataror-emlekhely\/\">https:\/\/apatistvanfalva.hu\/hataror-emlekhely\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Link 3 Exponate 7&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/hiddentreasureshungary.wordpress.com\/2017\/05\/19\/border-guard-museum-apatistvanfalva\/\">https:\/\/hiddentreasureshungary.wordpress.com\/2017\/05\/19\/border-guard-museum-apatistvanfalva\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Abbildungsverzeichnis<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 1: Karte<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 2: Grenzstein <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 3: Liebesbrief <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 4: Infobox Varuhi Meje<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 5: Stacheldraht<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 6: Grenzziehung vor Ort 1921-1924<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 7: Infobox Hungarian Border Guards<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 8: Gener\u00e4le<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Konstruktion nationaler Identit\u00e4ten durch Erinnerungsarbeit und Inszenierung&nbsp; by Sarah Levstock Museen als H\u00fcter und Erz\u00e4hler von Geschichte haben im Laufe der Zeit eine facettenreiche Rolle als kulturelle Institutionen eingenommen; nicht nur als Bewahrer von Artefakten vergangener Epochen, sondern auch als Erinnerungsorte, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Geschichte lebendig und zug\u00e4nglich zu gestalten. 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