{"id":418,"date":"2026-05-20T09:47:34","date_gmt":"2026-05-20T07:47:34","guid":{"rendered":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/?page_id=418"},"modified":"2026-05-20T09:47:34","modified_gmt":"2026-05-20T07:47:34","slug":"tito-eine-legende-die-ewig-lebt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/?page_id=418","title":{"rendered":"\u00a0\u201eTito, eine Legende, die ewig lebt!\u201c\u00a0"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-larger-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Orte der Erinnerung an Josip Broz Tito in Kumrovec<\/strong>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-primary-color has-background-background-color has-text-color has-background has-normal-font-size\" style=\"text-transform:none\">by Orsolya Pataki<\/h1>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-background-background-color has-background has-small-font-size\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-group alignwide\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl die kleine kroatische Ortschaft Kumrovec f\u00fcr viele als das ber\u00fchmteste Dorf der Welt gilt, sind ihre Stra\u00dfen w\u00e4hrend der verregneten Novembertage unseres Besuches \u00fcberraschend verlassen. Die Indizien f\u00fcr den Bekanntheitsgrad des Ortes sind dennoch nicht zu \u00fcbersehen, tr\u00e4gt doch bereits seine Hauptstra\u00dfe den Namen \u201eUlica Josipa Broza\u201c. Der ehemalige jugoslawische Pr\u00e4sident Josip Broz Tito kam hier am 7. Mai 1892 als siebtes Kind von Marija und Franjo Broz zur Welt. Seine Kindheit in Kumrovec war gepr\u00e4gt von Armut und Hunger, sein Volksschulbesuch von h\u00e4ufigen Abwesenheiten, um seine Familie bei der Arbeit zu unterst\u00fctzen. F\u00fcr den Besuch eines Gymnasiums hatte er keine Mittel, weshalb er sich f\u00fcr eine Schlosserlehre entschied und mit 18 Jahren endg\u00fcltig nach Zagreb zog. Sp\u00e4ter \u00e4u\u00dferte Tito, das Dorf zu verlassen sei der einzige Ausweg f\u00fcr Jugendliche gewesen, um etwas aus sich machen zu k\u00f6nnen. Seine Erfahrungen in Kumrovec symbolisierten f\u00fcr ihn unerf\u00fcllte W\u00fcnsche und Hoffnungen, und befeuerten wiederum seinen Glauben in den Marxismus, was seine politische Laufbahn pr\u00e4gen sollte (Calic 2020).&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem kleinen Ort Kumrovec wiederum verleiht Tito bis heute unanfechtbare Bedeutung, so stark, dass das ganze Dorf eine regelrechte Gedenkst\u00e4tte an den im Jahr 1980 verstorbenen Politiker geworden ist. Seiner Pr\u00e4senz zu entkommen ist hier unm\u00f6glich \u2013 neben der bereits erw\u00e4hnten Hauptstra\u00dfe, die nach ihm benannt ist, begegnen uns beim Durchqueren immer weitere Orte und Geb\u00e4ude, die an verschiedene Lebensabschnitte von Tito erinnern. Ohne diese starke Verbindung w\u00e4re das Dorf wohl kaum von anderen peripheren Ortschaften zu unterscheiden. W\u00e4hrend unseres 3-t\u00e4gigen Forschungsaufenthalts besch\u00e4ftigte ich mich daher mit der Frage, welche Orte der Erinnerung an Tito sich heute noch in Kumrovec befinden und welche Bedeutung ihnen zukommt. Um darzustellen, wie signifikant der Bezug zur Vergangenheit f\u00fcr Kumrovec ist und was es f\u00fcr die Zukunft des Dorfes bedeuten k\u00f6nnte, wenn es diese Vergangenheit nicht hinter sich l\u00e4sst, beziehe ich mich auf das Konzept der \u201eemptiness\u201c.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im kulturanthropologischen Kontext ist \u201eemptiness\u201c, auf Deutsch \u201eLeere\u201c, ein multidimensionaler Begriff. Angelehnt an Dace Dzenovska (2020a) ist damit gemeint, dass R\u00e4ume und Geb\u00e4ude, bedingt durch steigende Emigration oder strukturelle und politische Ver\u00e4nderungen, beispielsweise nach einem Staatszerfall, ihre grundlegenden Eigenschaften verlieren k\u00f6nnen. Betroffene Personen wie Einwohner:innen m\u00fcssten ihre Lebensweisen an die neuen Umst\u00e4nde und Ver\u00e4nderungen anpassen. Dieser Prozess sei ein Zeichen \u201e[\u2026] for a transitional state between a world that was coming to an end and a world yet to come\u201c (Dzenovska 2020a, S.11). Indizien f\u00fcr diese Art der Leere k\u00f6nnten beispielsweise der R\u00fcckbau der Infrastruktur, mangelnde Arbeits- und Ausbildungspl\u00e4tze, Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang, verlassene Stra\u00dfen sowie leere und stark vernachl\u00e4ssigte H\u00e4user sein.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl Kumrovec noch lange kein Geisterdorf ist, entsteht w\u00e4hrend unseres Aufenthalts bei mir unweigerlich das Gef\u00fchl, dass hier in der Tat etwas fehlt, was es einst gegeben hat. Ein herrenloser Nachtclub, ein Bistro &#8211; benannt nach Titos Pionieren &#8211; ohne G\u00e4ste und die stets leeren Parkb\u00e4nke rund um den stets leeren Spielplatz verweisen auf die ehemalige Pr\u00e4senz von Aktivit\u00e4t. Mit Hinblick auf die Tatsache, dass wir kaum Einwohner:innen auf den Stra\u00dfen begegnen, ist dies heute wenig zu sp\u00fcren. Grund daf\u00fcr ist nicht eine materielle Leere an sich, sondern vielmehr eine politische und soziale Leere, die Kumrovec seit dem Tod Titos charakterisiert. Ich m\u00f6chte daher aufdecken, welche kontrastierenden Narrative im Dorf gegenw\u00e4rtig existieren. Wahrnehmbar ist ein dynamisches Verh\u00e4ltnis zwischen den Einwohner:innen, die nach vorne blicken wollen, und den weiterhin zahlreichen Orten und Geb\u00e4uden, die aktiv an das Leben des ehemaligen Pr\u00e4sidenten erinnern. So befindet sich Kumrovec aktuell in einem Entwicklungsstadium zwischen Vergangenheit und Zukunft. Um mich diesem Thema zu n\u00e4hern, f\u00fchrte ich neben teilnehmenden Beobachtungen zun\u00e4chst Gespr\u00e4che mit Angestellten des Museums \u201eStaro Selo\u201c durch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Museum<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hauptattraktion und auch der Hauptgrund, warum viele Tourist:innen nach Kumrovec kommen, ist das Freilichtmuseum \u201eStaro selo\u201c, das zugleich das Zentrum des Dorfes ist. Rund 40 restaurierte Bauernh\u00e4user in traditioneller Bauweise sollen Br\u00e4uche und das t\u00e4gliche Leben der Bauern und ihrer Familien in der Zagorje Region im 19. und 20. Jahrhundert widerspiegeln. In meinen Gespr\u00e4chen mit den Mitarbeiterinnen Diana und Emica<sup>1<\/sup> erfahre ich, dass sich das Museum zunehmend als ethnographisches Museum etablieren m\u00f6chte. Angesichts der zahlreichen Objekte und Artefakte ja an und f\u00fcr sich keine schwierige Aufgabe, m\u00f6chte man meinen, w\u00fcrde nicht das Geburtshaus von Tito den Kern dieser Einrichtung bilden und Besucher:innen gleich als erstes ins Auge springen. Der Webseite des Museums <a href=\"https:\/\/www.mss.mhz.hr\/\">(www.mss.mhz.hr)<\/a> ist zu entnehmen, dass das Geb\u00e4ude, gebaut von Titos Gro\u00dfvater als Mehrfamilienhaus, heute einen Einblick in die bescheidene Herkunft des sp\u00e4teren Marschalls gibt. Der rechte Teil des Hauses wurde als Wohnraum der Broz-Familie bewahrt und zeigt, wie beengt Tito mit seinen Verwandten zusammenleben musste. Links befindet sich eine Dauerausstellung \u00fcber seinen politischen Machtaufstieg, mit zahlreichen Dokumenten, Bildern und Artefakten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"2048\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-IMG_2926-1536x2048.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-437\" srcset=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-IMG_2926-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-IMG_2926-450x600.jpeg 450w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-IMG_2926-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-IMG_2926-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-IMG_2926-1200x1600.jpeg 1200w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-IMG_2926-1980x2640.jpeg 1980w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-IMG_2926-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Gespr\u00e4chspartnerinnen berichten, dass das Geburtshaus bereits 1953 der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht wurde. Mit diesem Schritt wurde der Grundstein daf\u00fcr gelegt, dass Kumrovec offiziell zu einer popul\u00e4ren politischen Destination wurde und sich auch als solche vermarktete. Mit dem Zerfall Jugoslawiens im Jahr 1992 und den damit einhergehenden politischen Ver\u00e4nderungen habe sich das Museum gezwungen gesehen, seinen Fokus auf die Repr\u00e4sentation des Landlebens in Kroatien zu verschieben und damit einen Prozess anzusto\u00dfen, der gegenw\u00e4rtig andauert. Das Geburtshaus des ehemals weltber\u00fchmten jugoslawischen Pr\u00e4sidenten wurde so von einer Bereicherung schnell zu einer Belastung. Gleichzeitig w\u00e4re die Bekanntheit des Dorfes und Museums ohne die Verbindung zu Tito nicht dieselbe. Laut Diana kommen die meisten Besucher:innen in erster Linie, um das Geburtshaus zu besichtigen, nur um dann zu entdecken, dass es auch in den Bauernh\u00e4usern rundherum weitere Ausstellungen gibt. Beliebt ist auch die Statue von Tito, erschaffen von Antun Augustin\u010di\u0107, die vor seinem Haus steht. Sie zeigt eine direkte Verk\u00f6rperung von Tito als Marschall und Stratege, weshalb es laut Emica nicht ungew\u00f6hnlich ist, dass Besucher:innen sich mit ihr unterhalten, als w\u00e4re die Statue tats\u00e4chlich Tito in Person, und auch Blumen und Kerzen zu ihren F\u00fc\u00dfen ablegen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Teil des Museums, der untrennbar mit Tito verbunden ist, ist die Vila Kumrovec, die von 1962 bis zu seinem Tod als Titos neue Residenz in seinem Heimatdorf fungierte. Das Innere erinnert weniger an eine typische Ausstellung, denn es gibt kaum Beschriftungen oder Infotafeln. Vielmehr ist das Haus genauso geblieben, wie zu Titos Zeiten: Vollst\u00e4ndig m\u00f6bliert, die Betten gemacht, als w\u00fcrde man beim Betreten direkt in das sozialistische Jugoslawien zur\u00fcckreisen. Emica erz\u00e4hlt, die Residenz symbolisiere besonders das wohlhabende Leben Titos nach seinem Machtaufstieg und sei \u00fcberwiegend gef\u00fcllt mit einer Auswahl der pomp\u00f6sesten Geschenke, die der Staatschef im Laufe seiner Karriere erhielt. Bei unserer Besichtigung fallen mir besonders ein Sto\u00dfzahn eines Elefanten, geschenkt vom ehemaligen Pr\u00e4sidenten der Demokratischen Republik Kongo Mobutu Sese Seko sowie ein vom kroatischen Maler Marino Tartaglia angefertigtes realistisches Portr\u00e4t ins Auge. Ebenso auffallend ist ein Ger\u00e4t aus Holz, das TV, Radio und Grammophon in einem kombiniert und ein Geschenk von Gamal Abdel Nasser, dem ehemaligen Staatspr\u00e4sidenten \u00c4gyptens, war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diana unterstreicht nachhaltig, dass Tito nicht verga\u00df, woher er kam, und ein Mann des Volkes blieb, denn trotz der abgeschotteten Privatresidenz lebte er w\u00e4hrend seiner Aufenthalte alles andere als zur\u00fcckgezogen. Sie berichtet am\u00fcsiert, der Pr\u00e4sident sei st\u00e4ndig ohne Sicherheitskr\u00e4fte unterwegs gewesen und habe Stunden mit ehemaligen Freunden verbracht oder seine Speisen in \u00f6rtlichen Lokalen eingenommen. Er habe auch stets seine Beziehungen im Dorf gepflegt, indem er beispielsweise der Volksschule mehrere Besuche abstattete, um die Kinder seiner Bekannten zu treffen. Erinnerungen dieser Art f\u00fchren dazu, dass, obwohl Tito Kumrovec lediglich 25-mal besuchte, auf seine Aufenthalte nostalgisch und mit verkl\u00e4rtem Blick erinnert wird. Die Villa wartet weiterhin auf ihren Hausherren, der nicht mehr zur\u00fcckkehren wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferhalb des Freilichtmuseums und dennoch Teil des \u201eStaro selo\u201c ist der Brunnen der Freude, \u201eZdenac radosti\u201c, der im Jahr 1987 erbaut wurde. Die Webseite der Gemeinde informiert, dass der Brunnen urspr\u00fcnglich mit Kunstwerken aus Mosaiksteinen ausgestattet war, die von Kindern aus ganz Jugoslawien gestaltet wurden und damit die Anwesenheit alles L\u00e4nder des ehemaligen Vielv\u00f6lkerstaates symbolisieren sollten. Zum Zeitpunkt unseres Besuches sind diese Steine nicht mehr vorzufinden. Im Brunnen ist kein Wasser, und g\u00e4be es nicht eine verkalkte Beschriftung, w\u00e4re die ehemalige Signifikanz der einfachen Betonstruktur, die langsam von Unkraut \u00fcbernommen wird, so gut wie unbemerkbar. Der Weg, der zu diesem Brunnen und in Richtung der westlichen Seite aus dem Dorf hinausf\u00fchrt, ist auf beiden Seiten von zahlreichen Ahornb\u00e4umen ges\u00e4umt &#8211; von 88 B\u00e4umen, um genau zu sein. Der Grund daf\u00fcr? Tito. Am Ende dieser Anordnung, offiziell bekannt als Ahorn-Allee, steht ein vermooster Gedenkstein, dem einige Buchstaben fehlen, wo sich aber folgende Inschrift ausmachen l\u00e4sst: \u201e88 rote Ahornb\u00e4ume f\u00fcr unseren geliebten Tito. Das Volk des kroatischen Zagorje und die Gemeinschaft der Gemeinden von Zagreb. Kumrovec, 25. Mai 1980\u201c (\u00dcbers. d. Verf.)<sup>2<\/sup>.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verl\u00e4sst man das Museum Richtung Norden, erstrahlt die wei\u00dfe Fassade der 1956 er\u00f6ffneten Volksschule \u201eOsnovna \u0161ola Josipa Broza\u201c. Auf der Homepage der Schule ist nachzulesen, dass sie eine Initiative von Tito selbst war, um f\u00fcr bessere Bildungsverh\u00e4ltnisse zu sorgen. Die alte Volksschule, die Tito von 1900 bis 1905 pers\u00f6nlich besuchte, steht ebenfalls noch und beherbergt als Teil des Museums seit 2011 eine Dauerausstellung. Egal in welche Richtung man geht, wenn man den Erinnerungen an Jugoslawien und seinem ehemaligen Pr\u00e4sidenten entkommen m\u00f6chte, sitzt man in Kumrovec in der Falle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Tito nicht nur in Objekten, sondern zudem in der Erinnerung vieler Menschen weiterlebt und auf seine Pr\u00e4sidentschaft nicht selten positiv zur\u00fcckgeblickt wird, zeigt sich im G\u00e4stebuch, das im Geburtshaus ausliegt. Neben den damals popul\u00e4ren Parolen \u201eGenosse Tito, wir schw\u00f6ren dir!\u201c<sup>3<\/sup> und \u201eAuch nach Tito \u2013 Tito!\u201c (beides \u00dcbers. d. Verf.)<sup>4<\/sup> sind vereinzelt auch l\u00e4ngere Anekdoten zu finden, in denen Verfasser:innen sich f\u00fcr eine sch\u00f6ne Jugend bedanken, die Erfolge des Marschalls ausf\u00fchren oder auf pers\u00f6nliche Treffen zur\u00fcckblicken. Die Vergangenheit wird oft auch mit der aktuellen politischen Lage auf dem Balkan verglichen. Eine Person schreibt: \u201eGenosse Tito, komm zur\u00fcck zu uns, dich lieben Serben, Muslime und Kroaten. Du hast gestohlen und uns davon gegeben, aber sie stehlen und geben uns nichts\u201c (\u00dcbers. d. Verf.)<sup>5<\/sup>. Diana gibt zu, dass sie allerdings auch manchmal Besucher:innen empfangen, die sich weigern, das Geburtshaus auch nur zu betreten. Sie vermutet, dass diesen Personen oder ihren Familien im sozialistischen Jugoslawien etwas Negatives widerfahren ist und ein Besuch in Kumrovec ihre Art sein k\u00f6nnte, Klarheit zu gewinnen und mit Titos Einfluss auf ihr Leben abzuschlie\u00dfen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tito, Tito, Tito &#8211; immer und \u00fcberall wird man in Kumrovec an das Leben des Marshalls erinnert, man kann seiner Pr\u00e4senz nicht entkommen. Doch die zahlreichen Orte, die zu seinen und Jugoslawiens Zeiten mit so viel Bedeutung gef\u00fcllt waren und Touristen aus ganz Jugoslawien anlockten, sind heute lediglich Schatten der vergangenen Glanzzeit des Dorfes. Ein Staatszerfall oder der Verlust einer Ideologie, schreibt Boris Groys, bedeute, dass politische Symbole, Dokumente und sonstige bis dahin mit Bedeutung geladene Artefakte ihre urspr\u00fcngliche Funktion verlieren. In diesem Verlust liege aus kulturwissenschaftlicher Sicht auch eine Chance: Ein Wandel dieser Art b\u00f6te die perfekte Grundlage f\u00fcr neue Ausstellungen in Museen (Groys 1995, S.99). K\u00f6nnte vielleicht eine derartige Leerstelle, wie sie in Kumrovec vorherrscht, das Museum dazu verhelfen, eine nationale Identit\u00e4t jenseits von Titos Einfluss zu etablieren?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorerst steckt das \u201eStaro selo\u201c aufgrund von kontrastierenden Narrativen und Praktiken im Zwiespalt. Einerseits liegt der Fokus weiterhin stark auf Titos Leben und Einfluss, worauf mit Nostalgie zur\u00fcckgeblickt wird. Demgegen\u00fcber stehen Skepsis und der Wille, diesen Bezug zur Vergangenheit zu hinterfragen und sich lieber auf die Zukunft zu konzentrieren. Die dabei angestrebte Zukunft des Freilichtmuseums soll v\u00f6llig unpolitisch sein und, wie aktuelle Ausstellungen erahnen lassen, das l\u00e4ndliche Leben und eine heile kroatische Welt in Szene setzen. Diese Absicht wiederum erinnert wenig an \u201eTitostalgie\u201c, womit der slowenische Kulturwissenschaftler Mitja Velikonja Ph\u00e4nomene bezeichnet wie die stete Aufrechterhaltung von Br\u00e4uchen, die an Tito gebunden sind oder den anhaltenden Verkauf von Tito-Souveniren (Velikonja 2008). Vielmehr geht es dabei um eine pr\u00e4-sozialistische Vergangenheit, eine Zeit, die der Gegenwart noch ferner ist. Ein Ziel scheint es daher auch zu sein, die Herrschaftsperiode Titos m\u00f6glichst auszublenden, um ein zeitloses Kroatienbild zu inszenieren.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorerst nutzt das Museum neben Titos Geburtshaus, seiner Statue und Residenz sowie dem Brunnen der Freude auch seine alte Volksschule f\u00fcr Ausstellungen. Dar\u00fcber hinaus bietet es Platz f\u00fcr die am 25. Mai j\u00e4hrlich stattfindenden Feierlichkeiten f\u00fcr den Tag der Jugend; zu Zeiten Jugoslawiens wurde an diesem Datum mit gro\u00dfem Tamtam und Tausenden von G\u00e4sten Titos Geburtstag gefeiert; und in den fr\u00fchen 2000ern wurde der Tag der Jugend im neuen Gewand wiederbelebt (Belaj 2008, S.79f.). Es dr\u00e4ngt sich mir der Eindruck auf, dass sich Kumrovec der Leere, die Titos Tod mit sich brachte, auf vielf\u00e4ltige Weise verweigert und dass das Museum, und implizit auch ganz Kumrovec, weiterhin versucht, \u201cdie guten alten Zeiten\u201c am Leben zu erhalten. Zeitgleich existiert vor allem f\u00fcr das Museum das Ziel, sich zu reformieren und aus dieser Verbindung auszubrechen. W\u00e4hrend ich mich frage, wie es dieses Dorf, wo \u00fcberall Spuren von Tito zu finden sind, schaffen k\u00f6nnte, seinen Ruf neu zu etablieren, merke ich, dass es eigentlich viel mehr um die Frage geht: Will man das \u00fcberhaupt?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die jugoslawischen Zeitkapseln<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um diese Frage zu kl\u00e4ren, schauen wir uns zwei weitere Geb\u00e4ude an, die besonders aufgrund ihrer \u00fcberdimensionalen Gr\u00f6\u00dfe auffallen und explizit mit der politischen Vergangenheit Jugoslawiens und Titos in Verbindung stehen. Wie zwei offene Wunden stehen sie zur\u00fcckgelassen am Rande von Kumrovec, entleert von der Ideologie, die sie geschaffen hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am \u00f6stlichen Ende von Kumrovec, auf der Spitze eines kleinen H\u00fcgels, mit weitem Blick auf das Dorf und die umgebende Zagorje Region, befindet sich ein massives Ziegelgeb\u00e4ude mit frontalen Glasw\u00e4nden, bekannt als das \u201eHeim der K\u00e4mpfer des Befreiungskrieges und der Jugend Jugoslawiens\u201c. Vertrauter ist es jedoch Einheimischen und Besucher:innen unter dem Namen \u201eSpomen Dom\u201c, was schlicht \u201eErinnerungshaus\u201c bedeutet. Die Struktur wird von der einen Seite von einem Waldteil versteckt, w\u00e4hrend sie auf der anderen Seite komplett freisteht und von den letzten Sonnenstrahlen des Tages so erhellt wird, dass sie f\u00fcr Autofahrer:innen der stark befahrenen Hauptstra\u00dfe nicht zu \u00fcbersehen ist.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1362\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3549-2048x1362.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-439\" srcset=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3549-2048x1362.jpg 2048w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3549-600x399.jpg 600w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3549-768x511.jpg 768w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3549-1536x1021.jpg 1536w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3549-1200x798.jpg 1200w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3549-1980x1316.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er\u00f6ffnet im November 1974 mit dem Zweck, ein jugoslawisches Kultur- und Jugendzentrum, ein Hotel sowie eine politische Schule unterzubringen, ist dieser Ort seit 2003, nachdem Kriegsfl\u00fcchtlinge aus Vukovar jahrelang dort beherbergt wurden, vernachl\u00e4ssigt und der \u00d6ffentlichkeit eigentlich unzug\u00e4nglich. Das kroatische Ministerium f\u00fcr Bildung und Wissenschaft, das seitdem als Besitzer fungiert, hat mehrere gescheiterte Versuche hinter sich, das Geb\u00e4ude zu verkaufen und in eine touristische Sehensw\u00fcrdigkeit zu verwandeln. Das Spomen Dom wurde zwar nicht von Tito in Auftrag gegeben, dennoch begleitete er den Bauprozess mit und war einer der ersten Personen, die das fertige Geb\u00e4ude betraten. Tito war, wenig \u00fcberraschend, der Grund, warum so ein Epizentrum der jugoslawischen sozialistischen Politik und Kultur \u00fcberhaupt in einem winzigen Dorf fernab der Metropolen errichtet wurde. Man wollte damit ausdr\u00fccken, dass die Einrichtung den Charakter und die Arbeitsweise Titos erben w\u00fcrde und nicht zuletzt auch die immerw\u00e4hrende Beziehung zwischen Jugoslawien und seinem Pr\u00e4sidenten betonen (Spomenik Database, o.D.). Von diesem Symbolismus ist heute wenig \u00fcbriggeblieben: Es existieren keine Beschilderungen oder Hinweise auf die Relevanz des Ortes, und auch auf der offiziellen Website von Kumrovec findet er keine Erw\u00e4hnung.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Betitelung als Erinnerungshaus erscheint besonders angemessen, da das Geb\u00e4ude innen, wie au\u00dfen in einer anderen Zeit zur\u00fcckgeblieben scheint. Denn obwohl es seit Jahren keinen Nutzen hat, ist es nicht einfach im wahrsten Sinne des Wortes \u201eleer\u201c \u2013 es ist eine Zeitkapsel, in der die Zeit angehalten wurde. Bei unserem Besuch haben wir das Gl\u00fcck, die Rezeptionistin des Komplexes anzutreffen, die seit den 80er Jahren ihrer Arbeit nachgeht. Sie gew\u00e4hrt uns Einlass und wir betreten die Zeitkapsel. Die Inneneinrichtung ist so gut wie unbeschadet: M\u00f6bel im Stil der 60er Jahre, eine Bartheke verkleidet mit echtem Kuhfell, Glaslampen, Teppiche, ein Billardtisch, eine antike italienische Kaffeemaschine sowie eine beachtliche Sammlung an Leninismus und Marxismus gewidmeten B\u00fcchern machen den Eindruck, als k\u00f6nnten jederzeit wieder die bekanntesten Politiker Jugoslawiens diese R\u00e4ume betreten. Anstatt der erwarteten materiellen Leere sp\u00fcrt man hier die bedr\u00fcckende Pr\u00e4senz von sinnlicher und emotionaler Leere. Der Modergeruch ist nicht zu ignorieren, ebenso die Kalkablagerungen im leeren Swimmingpool, oder die verstaubten Fenster.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Essay \u00fcber \u201eemptiness\u201c in Georgien schreibt Stefan Applis, dass es an solchen verlassenen Orten nicht ungew\u00f6hnlich sei, Menschen zu begegnen, die gerne Besucher:innen herumf\u00fchren, \u201e[\u2026] not without a particular pride in the remains of the buildings\u2019 past glories\u201c (Applis 2022). So ist es in unserem Fall die Rezeptionistin, die in ihren Anekdoten auf Kroatisch von der regen Zusammenkunft der jugoslawischen Bev\u00f6lkerung in den R\u00e4umen des Spomen Doms berichtet. Dabei legt sie Anzeichen der Jugonostalgie an den Tag, was weiters die emotionale Leere der R\u00e4umlichkeiten betont. Dabei gibt es f\u00fcr die Rezeptionistin selbst keinen zwingenden Grund, das nun funktionslose Geb\u00e4ude zu erhalten. Sie scheint sich jedoch verpflichtet zu f\u00fchlen, den Prozess der Entleerung so gut wie m\u00f6glich zu verlangsamen. Weiters offenbart sie ihre Hoffnung, dass dieser einzigartige Ort, der vor nicht allzu langer Zeit noch als das kulturelle Zentrum der Region galt, wieder mit Leben gef\u00fcllt werden k\u00f6nnte, ohne direkt mit der politischen Vergangenheit Titos verkn\u00fcpft zu werden. Meinem Eindruck nach wirkt es f\u00fcr sie aber zugleich als die Materialisierung des ehemaligen jugoslawischen Gemeinschaftsgef\u00fchls und der Gesellschaft.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre Emotionen spiegeln wider, wie es um das Spomen Dom heute steht: Durch die allgegenw\u00e4rtige Leere entsteht ein Schwebezustand zwischen Nutzung und Verwahrlosung, Vergangenheit und Gegenwart. Besonders seitens der Gemeinde wird ein Rebranding gew\u00fcnscht, was bislang aufgrund fehlender Investitionen nicht gegl\u00fcckt ist. Ein aktueller Reisef\u00fchrer f\u00fcr die Gemeinde Kumrovec (Stand Nov. 2022) beschreibt die Situation des Spomen Doms so:&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Zusammenbruch der Ideologie des ehemaligen Staates hat auch die Notwendigkeit einer Gedenkst\u00e4tte begraben, aber sie ist von Wert. Auch wenn sich Ideologien und politische Erfordernisse \u00e4ndern, bietet die Flexibilit\u00e4t der r\u00e4umlichen Organisation hervorragende M\u00f6glichkeiten, den Zweck eines Geb\u00e4udes zu \u00e4ndern\u201c (\u00dcbers. d. Verf.). <sup>6<\/sup>&nbsp;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Demnach bleibt zu hoffen, dass zuk\u00fcnftig finanzielle Unterst\u00fctzung gefunden werden kann, um die Spuren Titos zu verwischen und dem Spomen Dom neue Bedeutung zu verleihen. Allerdings gibt es noch ein weiteres Geb\u00e4ude, das Titos Geist atmet und heute einer Ruine gleicht. Die politische Schule, die im Spomen Dom situiert war, war ein so gro\u00dfer Erfolg, dass der Bund der Kommunisten Jugoslawiens (BdKJ) beschloss, ein eigenes Geb\u00e4ude f\u00fcr sie bauen zu lassen. Im Jahr 1981 wurde die \u00fcber 175 Meter lange \u201ePoliti\u010dka \u0161kola Josip Broz Tito\u201c f\u00fcr eine neue Generation von Sch\u00fcler:innen er\u00f6ffnet. W\u00e4re sie kein festverbautes Geb\u00e4ude, man k\u00f6nnte meinen, die Politische Schule sei nach dem Zerfall Jugoslawiens absichtlich an den \u00e4u\u00dfersten Rand von Kumrovec verbannt worden. Nicht allzu weit vom Spomen Dom entfernt liegt sie in unmittelbarer N\u00e4he von Wohnh\u00e4usern und einer verkehrsreichen Stra\u00dfe. Tats\u00e4chlich steht sie laut offizieller Adresse bereits in Kladnik, der benachbarten Ortschaft, wird jedoch als Teil von Kumrovec aufgefasst.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1362\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3238-2048x1362.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-440\" srcset=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3238-2048x1362.jpg 2048w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3238-600x399.jpg 600w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3238-768x511.jpg 768w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3238-1536x1021.jpg 1536w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3238-1200x798.jpg 1200w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3238-1980x1316.jpg 1980w\" sizes=\"auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schulgeb\u00e4ude operierte als Internat und enthielt zahlreiche Schlafzimmer sowie einen Gemeinschaftsbereich im Erdgeschoss mit einer Bartheke und ein Amphitheater im Hintergarten. Die Ausbildung dauerte ein Jahr. Vortr\u00e4ge wurden von den wichtigsten Politikern der Zeit gehalten, unter anderem von Milan Ku\u010dan, der nach dem Zerfall Jugoslawiens der erste Staatspr\u00e4sident von Slowenien wurde (Mihaljevi\u0107 2018). An diese Sternstunde erinnert heute wenig, auch nach ausf\u00fchrlichster Recherche im Internet lassen sich keine Bilder der politischen Schule in Betrieb finden.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Historiker Josip Mihaljevi\u0107 besch\u00e4ftigte sich 2018 als einer der wenigen mit der Entstehung der politischen Schule und zeigte, dass ihre gesamte Ideologie auf Titos F\u00fchrung aufbaute. 1976, kurz nach der Er\u00f6ffnung der politischen Schule im Spomen Dom, soll Tito in einem Gespr\u00e4ch mit der damaligen Direktion ge\u00e4u\u00dfert haben, dass es in Jugoslawien eine gro\u00dfe Anzahl an Menschen gebe, die zwar gute Kommunisten, in der Theorie jedoch schwach seien: \u201eEs muss, muss korrigiert werden, die Grundlagen des Marxismus m\u00fcssen bekannt sein\u201c (Mihaljevi\u0107 2018, S.376, \u00dcbers. d. Verf.)<sup>7<\/sup>. Tito war vom Konzept des lebensbegleitenden Lernens \u00fcberzeugt und verlangte, dass die Sch\u00fcler:innen sich stets weiterentwickelten, neue marxistische Konzepte kennenlernten und ihr Wissen praktisch anwendeten, indem sie beispielsweise im BdKJ t\u00e4tig waren. Offiziell wurde die Einrichtung 1990 geschlossen, beherbergte aber bis 2003 zun\u00e4chst das kroatische Milit\u00e4r und darauffolgend Fl\u00fcchtlinge aus Vukovar.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nahe am v\u00f6lligen Verfall, mit eingebrochenem Dach, zerst\u00f6rten Fenstern und Unkraut in jedem Raum, ist die politische Schule allein sich selbst \u00fcberlassen und ist nur noch ein fernes Echo eines verlorenen Wohlstandes. Von den gegen\u00fcberliegenden Wohnh\u00e4usern trifft uns der feine Geruch von gebratenen Kastanien, der sofort verschwindet, als uns beim Eintreten der Modergeruch erschl\u00e4gt. Zum Betreten an sich werden wir an Ort und Stelle eher weniger angeregt. Sowohl der vordere als auch der hintere Eingang tragen \u201eBetreten verboten!\u201c-Schilder und den Hinweis auf Video\u00fcberwachung. Besonders besorgt bin ich jedoch nicht, da mir die Museumsmitarbeiterinnen bereits offenbart hatten, dass es in Wirklichkeit keine Kameras gebe und man das Geb\u00e4ude durchaus auf eigene Gefahr begehen k\u00f6nne. Die offenstehenden modernen Glast\u00fcren laden auch fast schon dazu ein; die Metallkette, die sie einst verschlossen hielt, liegt aufgebrochen auf dem Boden. \u00c4hnlich sind einige Fenster des Erdgeschosses zerbrochen. Unz\u00e4hlige Glasscherben auf dem Boden sind die Folge dieses Vandalismus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1361\" height=\"2048\" src=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3623-1361x2048.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-438\" srcset=\"https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3623-1361x2048.jpg 1361w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3623-399x600.jpg 399w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3623-768x1155.jpg 768w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3623-1021x1536.jpg 1021w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3623-1200x1805.jpg 1200w, https:\/\/ontheborder.aau.at\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Kopie-von-DSC_3623-scaled.jpg 1702w\" sizes=\"auto, (max-width: 1361px) 100vw, 1361px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u201eemptiness\u201c ist aber auch hier, obgleich es um eine Ruine geht, nicht materiell gemeint. Viele W\u00e4nde sind mit Graffitis geschm\u00fcckt, einzelne M\u00f6belst\u00fccke und verschimmelte B\u00fccher wurden wie in Eile zur\u00fcckgelassen, wodurch die Schule besonders im Kontrast zum Spomen Dom \u00e4u\u00dferst verw\u00fcstet und vergessen wirkt. Ausdr\u00fccklich viele Spuren der ehemaligen Bewohner:innen lassen sich auf den oberen Stockwerken bei den Schlafzimmern finden. Viele T\u00fcren tragen noch immer Namensschilder, auch Sticker mit dem kroatischen \u00c4quivalent f\u00fcr \u201cChristus mansionem benedicat\u201c sind zahlreich vorhanden. Eine T\u00fcr ist vollst\u00e4ndig bedeckt mit Postern eines beliebten amerikanischen Basketballteams. Auf dem Boden verstreut finden wir unter anderem Kalenderseiten aus dem Jahr 2000, ein Plakat zur Feier der Pr\u00e4sidentschaft von Franjo Tu\u0111man sowie einen Zeitungsartikel, der \u00fcber Kroatiens 3. Platz bei der Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft 1998 berichtet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tim Edensor, der sich mit der Nutzung von industriellen Ruinen besch\u00e4ftigt, beschreibt solche ehemals produktiven Orte als \u201eNarben der Landschaft\u201c, da ihr Potenzial als aufgebraucht gilt (Edensor 2005, S.21). Kumrovec scheint in diesem Fall bem\u00fcht zu sein, die urspr\u00fcngliche Funktion des Raumes zu ersetzen und ihr eine neue Bedeutung zu verleihen, was \u00e4hnlich wie beim Spomen Dom eine Frage der finanziellen M\u00f6glichkeiten ist.&nbsp; Da die \u00f6konomische Lage von Kumrovec selbst hier wenige M\u00f6glichkeiten zul\u00e4sst, schaffte der Staat es nach vielen Jahren tats\u00e4chlich 2019, Investoren f\u00fcr die Schule zu finden. Die chinesische Firma Zhongya Real Estate k\u00fcndigte an, sie touristisch nutzen zu wollen. Wenig sp\u00e4ter stellte sich jedoch heraus, dass die Firma den n\u00f6tigen Betrag doch nicht bereitstellen konnte (Borovac 2019). Seitdem steht die Schule weiterhin zwischen Verfall, Erinnerung und einer potenziellen Zukunft.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welch beklemmende Last die Pr\u00e4senz dieses Geb\u00e4udes vermittelt und dass eine Beschreibung als \u201eNarbe\u201c wirklich zutreffend ist wird mir klar, als ich mit den Mitarbeiterinnen des Museums auf die politische Schule zu sprechen komme. Diana m\u00f6chte nicht viel zu diesem sensiblen Thema erz\u00e4hlen, da sie meint, die Bewohner:innen des Dorfes seien nicht stolz auf die Pr\u00e4senz des verfallenen Geb\u00e4udes und dem, was es repr\u00e4sentiere. Sie schlie\u00dft ihre Ausf\u00fchrung mit dem Gedanken: \u201eIt doesn\u2019t fit the national memory.\u201c Diese Aussage zeigt mir, dass es eine Art und Weise gibt, wie nicht nur Kumrovec, sondern ganz Kroatien auf ihre Vergangenheit als Teil Jugoslawiens zur\u00fcckblicken m\u00f6chte. Sich mit Tito als Privatperson direkt in seinem Heimatdorf auseinanderzusetzen und dort an seinen Aufstieg und seine Erfolge erinnern zu k\u00f6nnen, ist etwas, worauf ein Gro\u00dfteil der kroatischen Bev\u00f6lkerung und der Einwohner:innen Kumrovecs stolz ist. Nicht in dieser Heldeninszenierung inkludiert sind jedoch politische Pilgerfahrten zum Spomen Dom, politische Schulungen oder jegliche Hinweise auf Titos Begeisterung f\u00fcr den Marxismus und Leninismus und deren Auswirkungen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ganz eigene und besondere Leere, die an diesen Orten vorherrscht, ist wohl das st\u00e4rkste Zeichen des Dorfes, dass es auch 30 Jahre nach dem Zerfall Jugoslawiens immer noch keinen Umgang mit dem Erbe und der Erinnerung an Tito gefunden hat. Dennoch bleibt das Spomen Dom den Umst\u00e4nden entsprechend gut erhalten und h\u00e4lt mehr Hoffnung f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Wiederbelebung bereit, da es sich nach dem Auszug der politischen Schule eher als jugoslawisches Kultur- und Gemeinschaftszentrum etablieren konnte. Dies best\u00e4tigt die Haltung der Rezeptionistin, die, als sie von der Zusammenkunft der jugoslawischen Bev\u00f6lkerung berichtet, Titos Rolle au\u00dfen vor l\u00e4sst. W\u00e4hrenddessen beh\u00e4lt die politische Schule, die ohne Beschilderung lediglich ein zerfallenes Geb\u00e4ude aus verrostetem Metall darstellt, ihren alleinigen Fokus, die n\u00e4chsten kommunistischen Spitzenpolitiker von Jugoslawien auszubilden. In gewisser Weise erinnern diese zwei politisch basierten R\u00e4ume am meisten daran, dass Kumrovec es noch nicht geschafft hat, Tito hinter sich zu lassen und neu anzufangen. Aufgrund ihrer Lage an den R\u00e4ndern des Dorfes ist es jedoch auch leichter, sie und ihre Symboliken auszublenden und die Tatsache, dass jegliche Renovierungsversuche bislang gescheitert sind, zu verdr\u00e4ngen.&nbsp; Die Zukunft bleibt ungewiss.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kumrovec, das Heimatdorf von Josip Broz Tito, ist ein einzigartiger Schauplatz f\u00fcr die Erforschung von \u201eemptiness\u201c. Mit dem Tod des Marshalls 1980 ist f\u00fcr ganz Jugoslawien der ideologische Zusammenhalt verloren gegangen, doch Kumrovec traf dieser Schicksalsschlag besonders hart, schlie\u00dflich beruhte der Ruf und die Beliebtheit des Dorfes darauf, sich landesweit als <em>die<\/em> politische Destination zu vermarkten und an die Herkunft Titos zu erinnern. Mit dem Verkommen des Spomen Doms und der politischen Schule sind zwei f\u00fcr das Gemeinschaftsgef\u00fchl signifikante R\u00e4ume verloren gegangen. Allein dadurch ist Kumrovec im Gesamten leerer geworden und hat an Ansehen und Bedeutung verloren. Die Leere ist hier dennoch nie wortw\u00f6rtlich gemeint: Es gibt auch in den verlassensten R\u00e4umen Natur und Spuren von einer ehemaligen Glanzzeit, und die beschriebenen Geb\u00e4ude spielen weiterhin eine wichtige Rolle in der Geschichte und f\u00fcr die Identit\u00e4t des Dorfes &#8211; eine Tatsache, die man in manchen F\u00e4llen am liebsten ignorieren w\u00fcrde. Somit existieren konkurrierende Narrative, die nicht ganz voneinander abgegrenzt werden k\u00f6nnen, die aber in den K\u00f6pfen der Menschen durchaus pr\u00e4sent zu sein scheinen. Dagegen unternommen werden kann wenig, einerseits wegen fehlenden Ressourcen und, meinem Gef\u00fchl nach, auch aufgrund von fehlender Willenskraft. Wenn man nicht genau hinsieht, f\u00e4llt diese Leere, die meistens nicht materieller Natur ist, gar nicht so genau auf und kann daher gut ausgeblendet werden.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiters w\u00fcrde es wahrscheinlich zu neuen Problemen und Konflikten f\u00fchren, wenn Kumrovec sich pl\u00f6tzlich entscheiden w\u00fcrde, Tito g\u00e4nzlich hinter sich zu lassen. Dies w\u00e4re kein leichtes Unterfangen, das von einem Tag auf den anderen umgesetzt werden k\u00f6nnte, und vielleicht ist Kumrovec auch noch nicht bereit, den Bezug zu der wohl wichtigsten Person in seiner Erz\u00e4hlung zu lockern. Eine erste Strategie w\u00e4re es, \u201eemptiness\u201c \u00fcberhaupt zuzulassen und als eine notwendige Reinigung nach Titos Tod zu akzeptieren. In der Zwischenzeit h\u00e4lt die durch Titos Abwesenheit entstandene Leere die kleine kroatische Ortschaft weiterhin gefangen in einem Schwebezustand zwischen Vergangenheit und Zukunft, Vergessenheit und Widerbelebung.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>1<\/sup>&nbsp;Die Namen wurden ge\u00e4ndert, um die Identit\u00e4t der&nbsp;Befragten&nbsp;zu sch\u00fctzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>2<\/sup>&nbsp;\u201eOsamdeseto[s]am crv[e]nih javora svome voljenom Titu. Narod hrvat kog Zagorja i Zajednica op\u0107ina Zagreb. Kumrovec, 25. svibnja 1980.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>3<\/sup>&nbsp;\u201eDru\u017ee Tito, mi ti se kunemo!\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>4<\/sup>&nbsp;\u201eI poslije Tita, Tito!\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>5<\/sup>&nbsp;\u201eDru\u017ee Tito, ti se nama vrati, tebe vole srbi muslimani i hrvati. Ti si krao i nama si dao a ovi kradu i ni\u0161ta ne dadu.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>6<\/sup>&nbsp;\u201ePropad ideologije nekdanje dr\u017eave je pokopal tudi potrebo po spominskem domu, a vrednostostaja. \u010ceprav se ideologije in politi\u010dni imperativi spreminjajo, prilagodljivost prostorske organizacije ponuja odli\u010dne mo\u017enosti za spreminjanje namena objekta\u201c (Vodnik po ob\u010dini Kumrovec, November 2022).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>7<\/sup>&nbsp;\u201eTo se mora, mora popraviti, osnove marksizma se moraju poznavati\u201c (S. 376).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Literatur<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Applis, Stefan (2022), Tskaltubo: life as a perpetual state of waiting. Online unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/emptiness.eu\/field-reports\/tskaltubo-life-as-a-perpetual-state-of-waiting\/\">https:\/\/emptiness.eu\/field-reports\/tskaltubo-life-as-a-perpetual-state-of-waiting\/<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Belaj, Marijana (2008), \u2018I\u2019m not religious, but Tito is a God\u2019: Tito, Kumrovec, and the New&nbsp;Pilgrims. In: Margry, Peter Jan (Hrsg.), Shrines and Pilgrimage in the Modern World. New Itineraries into the Sacred. Amsterdam: Amsterdam University Press, S. 71-94.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Borovac, Marina (2019), Potvr\u0111eno: Kinezi za 14 milijuna kuna kupili biv\u0161u Politi\u010dku \u0161kolu u&nbsp;Kumrovcu. In: Ve\u010dernji list, 07. 05. 2019. Online unter: <a href=\"https:\/\/www.vecernji.hr\/vijesti\/za-14-milijuna-kuna-prodana-bivsa-politicka-skola-u-kumrovcu-1317730\">https:\/\/www.vecernji.hr\/vijesti\/za-14-milijuna-kuna-prodana-bivsa-politicka-skola-u-kumrovcu-1317730<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Calic, Marie-Janine (2020), Tito: Der ewige Partisan. M\u00fcnchen: C. H. Beck.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">D\u00e9rens, Jean-Arnault (2011), Jugo-Nostalgie. In: Le Monde diplomatique, 12. 08. 2011. Online&nbsp;unter: <a href=\"https:\/\/monde-diplomatique.de\/artikel\/!256375\">https:\/\/monde-diplomatique.de\/artikel\/!256375<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dzenovska, Dace (2020a), Emptiness: Capitalism without people in the Latvian countryside.&nbsp;In:&nbsp; American Ethnologist 47 (1), S. 10-26. Online unter: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/amet.12867\">https:\/\/doi.org\/10.1111\/amet.12867<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dzenovska, Dace (2020b), Emptiness and Order. Online unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/culanth.org\/fieldsights\/emptiness-and-order\">https:\/\/culanth.org\/fieldsights\/emptiness-and-order<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dzenovska, Dace \/ Knight, Daniel M. (2020), Emptiness: An Introduction. Online unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/culanth.org\/fieldsights\/emptiness-an-introduction\">https:\/\/culanth.org\/fieldsights\/emptiness-an-introduction<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Edensor, Tim (2005), Industrial Ruins. Spaces, Aesthetics and Materiality. Oxford: Berg.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Emptiness Projekt (o.D.), https:\/\/emptiness.eu\/ (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Groys, Boris (1995), <a href=\"http:\/\/icomon.mini.icom.museum\/wp-content\/uploads\/sites\/20\/2018\/12\/The_role_of_the_museum_when_the_national_state_breaks_up.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">The Role of the Museum When the National State Breaks Up<\/a>.\u202fIn: Proceedings of the ICOMON Meetings (1997). Madrid: Museo Casa de la Moneda, S. 99-106.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jovanovic Weiss, Srdjan \/ Linke, Armin (2018), Socialist Architecture: The Reappearing Act. Online unter: <a href=\"https:\/\/post.moma.org\/socialist-architecture-the-reappearing-act\/\">https:\/\/post.moma.org\/socialist-architecture-the-reappearing-act\/<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Martinez, Francisco (2021), What used to be (Viivikonna). Online unter: <a href=\"https:\/\/emptiness.eu\/field-reports\/what-used-to-be-viivikonna\/\">https:\/\/emptiness.eu\/field-reports\/what-used-to-be-viivikonna\/<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mihaljevi\u0107, Josip (2018), Kako su se kalili partijski kadrovi: osnivanje, koncepcija i djelatnost Politi\u010dke \u0161kole SKJ \u201eJosip Broz Tito\u201c u Kumrovcu. In: Historijski zbornik 71 (2), S. 367-399.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Op\u0107ina Kumrovec Webseite (o.D.), <a href=\"https:\/\/kumrovec.hr\/\">https:\/\/kumrovec.hr\/<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Osnovna \u0161kola Josipa Broza Kumrovec (o.D.),&nbsp;<a href=\"http:\/\/os-josipa-broza-kumrovec.skole.hr\/skola\/povijest\">http:\/\/os-josipa-broza-kumrovec.skole.hr\/skola\/povijest<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sedlenieks, Kl\u0101vs (2023), An emptiness to fill. Online unter: <a href=\"https:\/\/emptiness.eu\/field-reports\/an-emptiness-to-fill\/\">https:\/\/emptiness.eu\/field-reports\/an-emptiness-to-fill\/<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spomenik Database (o.D.), <a href=\"https:\/\/www.spomenikdatabase.org\/kumrovec\">https:\/\/www.spomenikdatabase.org\/kumrovec<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Staro Selo Webseite (o.D.), <a href=\"https:\/\/www.mss.mhz.hr\/\">https:\/\/www.mss.mhz.hr\/<\/a> (letzter Zugriff: 01.02.2024).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Velinkonja, Mitja (2008), Titostalgia. A Study of Nostalgia for Josip Broz. Ljubljana: The Peace Institute Media Watch.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Abbildungsverzeichnis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abbildung 1: Eingangsschild des Museums \u201eStaro Selo\u201c in Kumrovec. Fotographie \u00a9 Alexandra Schwell. 2022.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abbildung 2: Au\u00dfenansicht des \u201eSpomen Dom\u201c. Fotographie \u00a9 Orsolya Pataki. 2022.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abbildung 3: Au\u00dfenansicht der \u201ePoliti\u010dka \u0161kola Josip Broz Tito\u201c. Fotographie \u00a9 Orsolya Pataki. 2022.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abbildung 4: Innenansicht der \u201ePoliti\u010dka \u0161kola Josip Broz Tito\u201c. Fotographie \u00a9 Orsolya Pataki. 2022.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Orte der Erinnerung an Josip Broz Tito in Kumrovec&nbsp;&nbsp; by Orsolya Pataki Obwohl die kleine kroatische Ortschaft Kumrovec f\u00fcr viele als das ber\u00fchmteste Dorf der Welt gilt, sind ihre Stra\u00dfen w\u00e4hrend der verregneten Novembertage unseres Besuches \u00fcberraschend verlassen. Die Indizien f\u00fcr den Bekanntheitsgrad des Ortes sind dennoch nicht zu \u00fcbersehen, tr\u00e4gt doch bereits seine Hauptstra\u00dfe [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":293,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-418","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=418"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/418\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":444,"href":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/418\/revisions\/444"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}