{"id":420,"date":"2026-05-20T09:49:47","date_gmt":"2026-05-20T07:49:47","guid":{"rendered":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/?page_id=420"},"modified":"2026-05-20T09:49:47","modified_gmt":"2026-05-20T07:49:47","slug":"your-passport-please","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ontheborder.aau.at\/?page_id=420","title":{"rendered":"Your passport, please \u2026.\u00a0"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-primary-color has-background-background-color has-text-color has-background has-normal-font-size\" style=\"text-transform:none\">by Hannelore Kohlweg<\/h1>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-background-background-color has-background has-small-font-size\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-group alignwide\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bistrica ob Sotli, einer slowenischen Gemeinde an der Grenze zu Kroatien, verl\u00e4uft zwischen den beiden EU-Mitgliedsstaaten die Staatsgrenze weitestgehend entlang des Flusses Sotla. Der Grenzverlauf entlang der Sotla ist eine aus der Natur abgeleitete \u201eGr\u00fcne Grenze\u201c. Mit der Aufnahme Sloweniens in den Schengenraum 2004 wurde dieser Grenzverlauf eine Schengen-Au\u00dfengrenze, der Grenz\u00fcbergang war an dieser Stelle verboten und nurmehr an internationalen Grenz\u00fcberg\u00e4ngen erlaubt. Ab 2015 wurde nach der sogenannten ersten Migrationswelle zwei Meter hohe, in manchen s\u00fcdlichen Regionen Sloweniens sogar vier Meter hohe Grenzz\u00e4une errichtet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umgeben von Feldern f\u00fchrt von der Gemeinde Bistrica ob Sotli eine schmale Stra\u00dfe zum kroatischen Nachbarort Kumrovec. Den Grenzfluss \u00fcberquert eine alte, einspurig befahrbare B\u00fccke aus Beton, mit einem Betonsockel auf beiden R\u00e4ndern, auf dem ein rot und gelb lackierter Metallzaun angebracht ist. Auf dieser Br\u00fccke wird, so der B\u00fcrgermeister der Gemeinde Bistrica, Franjo Debelak, von den Anrainer*innen beidseits der Grenze j\u00e4hrlich das Fest zum Ersten Mai gefeiert.<sup>1<\/sup> Der erste Mai war zur Zeit der Sozialistischen F\u00f6derativen Republik Jugoslawien bis 1992 in beiden L\u00e4ndern ein gesetzlicher Feiertag. Er wurde als Tag der Arbeit gro\u00df inszeniert und gefeiert. Der Fluss\u00fcbergang wird vom B\u00fcrgermeister von Bistrica die Br\u00fccke zum 1. Mai genannt. In einem Bericht auf der Facebook-Seite der Ob\u010dina Bistrica ob Sotli \u00fcber die Feierlichkeiten 2023 und auf der Homepage des Fernsehsenders ZAPAD wird sie auch als \u201eBr\u00fccke der Freundschaft\u201c, auf Slowenisch \u201emost prijateljstva\u201c, bezeichnet.<sup>2<\/sup> \u201eDer Zusammenhalt der Bewohner*innen der Nachbargemeinden Bistrica und Kumrovec, und die Pflege ihrer Kultur werden an diesem Tag auf der Br\u00fccke zelebriert\u201c, so B\u00fcrgermeister Debelak. Die Grenzkontrollen seien f\u00fcr die Dauer der Feierlichkeit f\u00fcr die Anrainer*innen quasi ausgesetzt, Grenzbeamte seinen nur vor Ort anwesend.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am letzten Tag der Feldforschung nehme ich mir vor, diese unscheinbare und doch symbolisch aufgeladene Br\u00fccke zu besuchen. Mittels des GPS am Handy kann ich erkennen, dass etwa 5 km entfernt vom Ortskern ein Weg \u00fcber den Fluss Sotla f\u00fchrt. Ich nutze also den Vormittag vor der Abreise aus Bistrica, um zu dieser Br\u00fccke zu spazieren. Ich wandere entlang der Feldwege, fotografiere die Landschaft und ein altes Bauernhaus, das auf einer kleinen Anh\u00f6he oberhalb der Felder im Ortsteil Kun\u0161perk ob Bistrici steht. Von hier oben kann ich bereits den Flussverlauf der Sotla sehen. Parallel dazu, entlang der slowenischen Seite des Flusses, verl\u00e4uft ein gr\u00fcner, etwa zwei Meter hoher Grenzzaun, an dem oben noch un\u00fcberwindbarer Klingendraht geschlungen ist. Er wirkt wie ein Fremdk\u00f6rper in der friedlichen Landschaft, unangenehm und bedrohlich auf mich. Mit dem NATO-Draht obenauf zeigt sich hier das Grenzregime. Es ist vom Charakter einer Schengen-Au\u00dfengrenze, die auf der Pr\u00e4misse basiert, dass Freiheit im Inneren nur durch Sicherheit nach au\u00dfen erreicht werden kann. Damit wird alles au\u00dferhalb der Grenze zum Sicherheitsrisiko erkl\u00e4rt.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich beobachte, dass die Bodenfl\u00e4chen auf slowenischer Seite landwirtschaftlich genutzt werden, auf kroatischer Seite dagegen das Grenzland zu gro\u00dfen Teilen brach liegt. Dort steht in einiger Entfernung eine heruntergekommene Industriehalle \u2013 ein ehemaliges Stahlwerk &#8211; so erfuhr ich von einem Landwirt aus der Region, das nun von einem italienischen Unternehmen als Lagerhalle genutzt wird. Einige Meter vor dem Fluss verlaufen auf slowenischer Seite, von der schmalen asphaltierten Zufahrtsstra\u00dfe unterbrochen, offensichtlich schon seit langer Zeit ungenutzte Bahngeleise, die sich die Natur wieder zur\u00fcckerobert hat. Diese Ansicht liegt von der Anh\u00f6he aus betrachtet wie ein Landschaftsteppich ausgebreitet vor mir.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich zum Grenzfluss hinuntergehe, f\u00e4hrt ein privater PKW in einiger Entfernung auff\u00e4llig langsam vorbei, bleibt stehen, f\u00e4hrt dann wieder weiter. Das wird ein neugieriger Anrainer sein denke ich, und schenke dem Auto und seinen Insassen keine nennenswerte Beachtung. Am Fluss angekommen entdecke ich rechts und links der Br\u00fccke Hinweistafeln in englischer und in slowenischer Sprache. Ich lese die linke Tafel: Sie informiert in dar\u00fcber, dass der Fluss von 1867 bis 1918 die Grenze zwischen der cisleithanischen und der transleithanischen Reichsh\u00e4lfte der \u00f6sterreich-ungarischen Doppelmonarchie darstellte. Auf der kleinen Tafel an der rechten Seite steht \u201ePOZOR! DR\u017dAVNA MEJA\u201c. Ich nehme an, dass diese Aufschrift auf die Grenze hinweist. Er ist offensichtlich nur f\u00fcr Landsleute gedacht. Heute wei\u00df ich, dass die Aufschrift Achtung! Staatsgrenze bedeutet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unmittelbar vor der Br\u00fccke versperrt ein blau-wei\u00dfer Balken, auf dessen Mitte eine Fahrverbotstafel angebracht ist, den Weg. Rechts und links schlie\u00dft sich der Grenzzaun an, den ich vom Berg aus gesehen hatte. Stabile Metallt\u00fcren neben dem Balken stehen offen und erlauben den Durchgang. Ich b\u00fccke mich, gehe unter dem Balken durch bis zur Mitte der Br\u00fccke und betrachte das Umfeld. Der Fluss ist etwa f\u00fcnf Meter breit. Unter der Br\u00fccke schwurbelt das Wasser der Sotla ruhig dahin, auf der slowenischen Seite des Flussufers liegt angeschwemmter Unrat bestehend aus Schwemmholz und Plastikbeh\u00e4ltnissen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Br\u00fccke selbst ist mit einer dicken Schicht Erde bedeckt. Ich bemerke in die Erde eingepresste Spuren von Traktoren. Die Br\u00fccke scheint von Landwirt*innen genutzt zu werden. Mir f\u00e4llt ein, der \u00f6rtliche B\u00fcrgermeister hatte erz\u00e4hlt, dass einige Bauern auf der anderen Seite der Grenze Felder besitzen. Die davon betroffenen Landwirte sind berechtigt, die Br\u00fccke zu nutzen, um ihre Felder auf kroatischem Staatsgebiet bewirtschaften zu k\u00f6nnen. Sie bes\u00e4\u00dfen Schl\u00fcssel f\u00fcr die Absperrungen. Ich stelle mir vor, wie hier Traktoren \u00fcber die Br\u00fccke fahren, und auch, wie die Br\u00fccke am ersten Mai geschm\u00fcckt ist und mit Menschen in Feierlaune belebt ist. In meine wissenschaftliche Feldforschung vertieft fotografiere ich die Br\u00fccke, den Flussverlauf, den Grenzbalken und die Tafeln, notiere kurz meine Gedanken und verlasse die Br\u00fccke wieder in Richtung der slowenischen Seite, von der ich gekommen war. Zufrieden mit dem Rechercheergebnis mache ich mich auf den R\u00fcckweg nach Bistrica.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum bin ich etwa 200 Meter gegangen, n\u00e4hert sich von hinten ein slowenisches Polizeiauto. Zwei Polizeibeamt*innen, eine Frau und ein Mann, steigen aus dem Auto aus. Sie scheinen mich sofort als Ausl\u00e4nderin zu identifizieren, denn sie fragen mich in englischer Sprache was ich da mache. Ich erkl\u00e4re wahrheitsgem\u00e4\u00df, ich sei eine Studentin aus \u00d6sterreich und forsche mit einer Gruppe von Studierenden und Professor*innen seit mehreren Tagen zum Thema der Grenze. Auf die Frage, wo ich wohne, berichte ich, dass ich im Hostel in Bistica untergebracht bin. Beide sehen mich ungl\u00e4ubig an. \u201eYour passport, please!\u201c fordert die Polizistin schlie\u00dflich und nimmt meinen Reisepass an sich. W\u00e4hrend die Beamt*innen das Dokument \u00fcberpr\u00fcfen, schwant mir, dass ihre Irritation der Tatsache geschuldet sein k\u00f6nnte, dass ich ja \u00e4lter bin, als es typischerweise Studierende sind. Ich \u00fcberlege, ob meine Erkl\u00e4rung dadurch weniger glaubw\u00fcrdig erscheint.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem sie meinen Pass gr\u00fcndlich kontrolliert haben, erl\u00e4utern die Beamt*innen mir den Grund f\u00fcr meine Anhaltung: Eine \u00dcberwachungskamera habe angezeigt, dass ich die Grenze \u00fcberquert habe. Und, f\u00fcgen sie noch hinzu, dies sei eine Schengen-Au\u00dfengrenze. Ein \u00dcbertritt sei lediglich an gekennzeichneten Grenz\u00fcbergansstellen gestattet. Ich erkl\u00e4re wahrheitsgem\u00e4\u00df, dass ich nur bis zur Mitte der Br\u00fccke gegangen sei. Ich bin fest davon \u00fcberzeugt, damit keine Grenzverletzung begangen zu haben. Die Polizist*innen sehen mich mit ernsten Mienen an und ich versichere nochmals, dass ich den Fluss, der ja aus meiner Sicht die Grenze darstellt, nicht zur G\u00e4nze \u00fcberquert habe. Zur Bekr\u00e4ftigung zeige ich den Polizisten auf meinem Handy den Fotoverlauf vom Vormittag und die Fotos, die ich von der Mitte der Br\u00fccke aus gemacht habe. Die Polizist*innen scheinen meinen Angaben und Beteuerungen nicht zu glauben. Wieso fahren sie nicht endlich weiter, frage ich mich. Mein Puls beschleunigt sich etwas, noch bin ich mir sicher, dass meine Erkl\u00e4rung und nicht zuletzt mein \u00f6sterreichischer Reisepass mir freies Geleit geben sollten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Polizistin bedeutet mir, ich solle neben dem Auto stehen bleiben und warten. Beide setzen sich in den Streifenwagen und schlie\u00dfen die Fenster. Die Polizistin telefoniert minutenlang. Ich nehme mein Handy in die Hand und setze an, das Polizeiauto zu fotografieren.&nbsp; Als der Polizist dies sieht, \u00f6ffnet er augenblicklich das Autofenster. \u201eNo foto!\u201c Um keine Schwierigkeiten zu bekommen, packe ich das Handy sofort wieder in die Tasche. Jetzt f\u00fchle ich mich aber doch in meinem Tun behindert und mir wird zugleich ein wenig mulmig zumute. Wieso, so frage ich mich, darf ich nicht fotografieren? Und was passiert eigentlich, wenn ich mich der Anordnung widersetze? Ich f\u00fchle mich einer Macht ausgesetzt, die in mir Unbehagen aufkommen l\u00e4sst.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als das Telefonat beendet ist, steigen die Beamt*innen mit ernsten Gesichtern wieder aus dem Auto aus. Die Beamtin fordert mich auf, einzusteigen. Was jetzt? Mein Puls schnellt in die H\u00f6he. Ich m\u00f6chte nicht in das Auto eisteigen! Wohin fahren sie mit mir? Ich f\u00fchle eine Beklemmung in mir hochsteigen. In Ermangelung von Alternativen leiste ich der Aufforderung Folge und finde mich auf dem R\u00fccksitz eines slowenischen Polizeiautos wieder, ohne zu wissen, was als N\u00e4chstes mit mir passieren wird. Ich frage mich, in welchen Film ich geraten bin. Schlagartig f\u00fchle ich mich zu einer anderen Person gemacht. Ich f\u00fchle mich behandelt, als w\u00e4re ich illegal immigriert. Bilder vom Umgang mit Migrant*innen, die wie ich durch einen Grenz\u00fcbertritt illegalisiert werden, tauchen in meiner Vorstellung auf. Stress, Herzklopfen, Angst, Kopfkino. Als wir losfahren, erkl\u00e4rt die Beamtin endlich, dass sie mit mir nochmals zur\u00fcck zur Br\u00fccke und anschlie\u00dfend zur Unterkunft fahren werden.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der Br\u00fccke angekommen gehen die Polizist*innen die Br\u00fccke von einem bis zum anderen Ende ab und kontrollieren, ob auf der Br\u00fccke und auf dem angrenzenden kroatischen Gebiet frische Fu\u00dfabdr\u00fccke zu sehen sind. Doch die Erde ist zu hart, hier gibt es keine Abdr\u00fccke von meinen Schuhen. Die Beamt*innen scheinen fest davon \u00fcberzeugt zu sein, dass ich die Grenze unerlaubt \u00fcbertreten habe, und sie sind entschlossen, mir das auch nachzuweisen. Bilder vom Umgang mit Migranten, die wie ich durch einen Grenz\u00fcbertritt illegalisiert werden, tauchen in meiner Vorstellung auf. Die Polizistin d\u00fcrfte meine Irritation bemerkt haben. Wohl um Ihre nachdr\u00fcckliche \u00dcberpr\u00fcfung zu begr\u00fcnden, deutet die Polizistin zum angrenzenden Berg hin\u00fcber. Hier sei die Kamera angebracht, die meinen Grenz\u00fcbertritt angezeigt habe.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anschlie\u00dfend fahren die Beamten mit mir am R\u00fccksitz in die Ortschaft zum Hostel. W\u00e4hrend der Fahrt kreisen meine Gedanken um die Frage, warum mir nicht geglaubt wird. Ich gestehe mir ein, dass ich jetzt wohl Hilfe brauchen werde. Ich bin mir nicht mehr so sicher wie zu Beginn der Amtshandlung, keine Grenzverletzung begangen zu haben. Dieser Gedanke verunsichert mich. Zudem f\u00e4llt mir ein, dass wahrscheinlich niemand im Hostel anwesend sein wird. Die Studierenden und Lehrveranstaltungsleiter*innen sind unterwegs um die Marienwallfahrtskirche auf den Svete Gore, den Heiligen Bergen, zu besichtigen. Zudem w\u00e4re es mir peinlich, wenn ich, wie eine kriminelle Person vorgef\u00fchrt, von zwei Polizisten begleitet zu den Kommiliton*innen und Professor*innen hinzusto\u00dfen w\u00fcrde. Ich habe Gl\u00fcck: Zwei Studentinnen von der Univerza Ljubljana sind im Hostel geblieben. Sie sind vom Eintreten der Polizisten sehr \u00fcberrascht, noch mehr, dass sich die Polizei an sie wendet und befragt. Rasch ist klar, dass die Gespr\u00e4chspartner*innen dieselbe Sprache sprechen. Nun wird in slowenischer Sprache gesprochen und ich verstehe mit meinen rudiment\u00e4ren slowenischen Sprachkenntnissen nur mehr vereinzelte Begriffe, wie univerza, Celovec, Ljubljana. Ich werde nicht mehr in das Gespr\u00e4ch einbezogen, ich stehe nur rat- und hilflos daneben. Zuf\u00e4llig kommt jetzt auch Nina, die Betreiberin des Hostels, vorbei. Mithilfe der Daten in ihrem Handy beweist sie den Polizist*innen, dass ich in der Tat seit mehreren Tagen gemeinsam mit anderen Studierenden hier einquartiert bin.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen l\u00f6st sich meine Anspannung etwas, weil ich nun das Gef\u00fchl habe, dass mir geholfen wird, meine Identit\u00e4t zu best\u00e4tigen und mich zu erkl\u00e4ren. Doch das unangenehme Gef\u00fchl von Hilflosigkeit und Ohnmacht, dass \u00fcber mich verhandelt wird, ich aber von dem Prozess ausgeschlossen bin, setzt sich noch fort. Alle anwesenden Personen, au\u00dfer mir sprechen in slowenischer Sprache. Aus Mimik, Tonfall und K\u00f6rpersprache der Beteiligten versuche ich zu schlie\u00dfen, was besprochen wird, jedoch mit wenig Erfolg. Ich f\u00fchle mich den Entscheidungen der Beamten ausgeliefert. Siedend hei\u00df f\u00e4llt mir auch noch ein, dass die Beamt*innen wom\u00f6glich vergessen haben, dass ich einen \u00f6sterreichischen Reisepass besitze! Nicht auszudenken, was mir bevorstehen k\u00f6nnte, w\u00e4re ich keine \u00d6sterreicherin, keine EU-B\u00fcrgerin! Das Herzklopfen und das Gef\u00fchl der Ohnmacht f\u00fchlen sich schrecklich an.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem sie mich lange ignoriert haben, wendet sich die Polizistin dann wieder an mich und fragt, ob mein Handy GPS habe. Ich bejahe und beide Beamt*innen kontrollieren meine Eingaben am Handy. Warum wollen sie das wissen? Denken sie, ich bin querfeldein migriert und musste mich auf freiem Feld orientieren?, rattert es in meinem Kopf weiter. Warum sie meine GPS-Daten kontrollierten bleibt mir unklar. Sie zeigen sich jedenfalls zufrieden. Anschlie\u00dfend notieren sie aus meinem Pass meinen Namen, Reisepassnummer und Geburtsort, dann wollen sie meine Adresse wissen. Da ich bereits ziemlich angespannt bin, schreibe ich meine Adresse mit verkrampfter Hand, noch unleserlicher als sonst, auf. Als die Polizistin meine Schrift nicht entziffern kann, greift eine slowenische Studienkollegin helfend ein und notiert die Adresse daneben nochmal gut leserlich. Die Polizistin telefoniert erneut. Nach minutenlangem Gespr\u00e4ch, das mir inzwischen wie eine Ewigkeit erscheint, geht das Telefonat, dem weicher werdenden Tonfall zufolge, dem Ende zu, Verabschiedungsworte fallen. K\u00f6rper und Gesicht der Polizistin entspannen sich, ich sehe erst nur ein kurzes L\u00e4cheln, dann sogar ein freundliches Gesicht. Endlich! Nach einem kurzen Gespr\u00e4ch mit der Hostelbetreiberin verabschieden sich die Beamten schlussendlich freundlich, zuerst von den slowenisch sprechenden Anwesenden, dann auch von mir. Auch mein Reisepass wird mir wieder ausgeh\u00e4ndigt.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als sie weggefahren sind, meint die Hostelbetreiberin, ich h\u00e4tte unheimliches Gl\u00fcck gehabt: die Polizisten seien sehr freundlich gewesen. Sie erz\u00e4hlt, dass die Beamt*innen einen ausf\u00fchrlichen Bericht \u00fcber den Vorfall zu verfassen haben. Es sei schon \u00f6fter vorgekommen, dass Anrainer*innen f\u00fcr unerlaubte Grenz\u00fcbertritte 1000 Euro Strafe zahlen mussten. Sie vermittelt mir den Eindruck, dass sie sich f\u00fcr mich engagiert hat, wof\u00fcr ich mich auch bedanke, genauso wie bei den beiden jungen slowenischen Studentinnen. Ich bin aber auch emp\u00f6rt, wenn ich f\u00fcr wenige Meter der Grenz\u00fcberschreitung bis zur Mitte der Br\u00fccke eine so hohe Strafe h\u00e4tte zahlen m\u00fcssen! Zum Gl\u00fcck hatten die Polizist:innen ihr Ermessen zu meinen Gunsten ausgelegt. Welcher Aspekt zu der Entscheidung gef\u00fchrt hat, bleibt unklar, vielleicht war es die studentische T\u00e4tigkeit, die keinen anderen Zweck als die Forschung verfolgt. Die kurz aufgekeimte Emp\u00f6rung \u00fcber die Strafandrohung l\u00f6st sich in Luft auf und weicht langsam der Erleichterung, dass nun alles vorbei ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Langes Ausatmen, meine starke Anspannung l\u00f6st sich und eine leichte M\u00fcdigkeit stellt sich ein. Nach dieser bangen und be\u00e4ngstigenden Situation bin ich erleichtert, eine EU-B\u00fcrgerin zu sein. Die Anspannung, der hohe Puls, die Vorstellung, ich w\u00e4re weiterhin in Polizeigewahrsam genommen worden, wirken noch einige Zeit nach. Doch bevor ich noch zu sehr dar\u00fcber nachsinnen kann, kommen schon die anderen Studierenden von ihrem Ausflug zur\u00fcck, wir packen die Koffer in die PKW und beenden unseren Studienaufenthalt in Bistrica ob Sotli.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>KULTURWISSENSCHAFTLICHE ANALYSE<\/strong>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Erlebnis empfand ich sehr eindrucksstark, sind darin doch viele Dynamiken und relevante Faktoren f\u00fcr das Erleben und die Wirkung von Grenze ablesbar. Meine eigenen k\u00f6rperlichen und emotionalen Erfahrungen und Wahrnehmungen, sowie meine Gedanken k\u00f6nnen, kulturanalytisch betrachtet, als soziale Praktiken gelesen werden. Sie bilden die Basis f\u00fcr die hier erkennbar werdenden Assemblagen und sozialen Kr\u00e4fte.<sup>3<\/sup>&nbsp; Aus einer Haltung der teilnehmenden Beobachtung, in der allem eine Bedeutung zugesprochen wird, habe ich diesen Text formuliert. Mit \u201ealles\u201c sind in diesem Fall die Landschaft, die Architektur, die Technik, Bewegungen, Stimmen, Tonales, Blicke, Mimik, sowie auch k\u00f6rperliche und emotionale Reaktionen und andere Faktoren gemeint.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BEWUSSTSEIN \u00dcBER GRENZE &#8211; HISTORISCHE UND K\u00d6RPERLICHE WAHRNEHMUNG VON GRENZE<\/strong>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Grenzen orientieren sich an landschaftlichen Gegebenheiten, wie Gew\u00e4ssern, Bergen oder Abbr\u00fcchen. Die Sotla war historisch betrachtet schon w\u00e4hrend des Kaiserreichs der Habsburger, in der Habsburgischen Doppelmonarchie, dem K\u00f6nigreich Jugoslawien und dann den selbst\u00e4ndigen Nationalstaaten Kroatien und Slowenien ein Grenzfluss. Auch wenn die Anrainer*innen die Grenze eigentlich gewohnt sind, ver\u00e4ndern sich Wahrnehmung und Pr\u00e4senz der Grenze mit den politischen Bedingungen. Doch, so berichtet der B\u00fcrgermeister Debelak, seit der Installation der Schengen-Au\u00dfengrenze 2004 und insbesondere der Errichtung des Grenzzaunes nach der ersten Migrationswelle 2015 empfinden die Bewohner*innen der Grenzregion die Grenze als unangenehm. Die sich ver\u00e4ndernden Gesetzeslagen beeinflussen die Intensit\u00e4t der Kontrollen, die wiederum Auswirkungen auf die Mobilit\u00e4t, Begegnungs- und Handelspraktiken der Bev\u00f6lkerung, insbesondere f\u00fcr die Anrainer*innen in den Grenzregionen haben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wahrnehmung von Grenze folgt nicht nur geografischen, sondern auch historischen und individuell konstruierten Konzepten. Das f\u00fchrt dazu, dass die geografische Grenze nicht v\u00f6llig ident mit der rechtlichen Grenze sein muss, und auch, dass die Grenzkontrollen schon mehrere Meter vor der tats\u00e4chlichen politischen Grenze abgewickelt werden k\u00f6nnen. Die britische Sozialanthropologin Sarah Green konstatiert, dass politische Grenzen alles andere als nat\u00fcrlich sind: \u201eThey are made up differently during different periods and in different parts of the world; and having been made up, they have to be constantly maintained and enforced, day in and day out\u201c.<sup>4<\/sup>&nbsp; Mit der Bildung der Nationalstaaten in Europa entstand au\u00dferdem eine Verstaatlichung und B\u00fcrokratisierung der Grenze, die sich auch in einem umfangreichen Apparat von Grenzmarkierungs- und Grenzsicherungspraktiken niederschl\u00e4gt&nbsp; und somit auch zu vermehrten Grenzkonflikten f\u00fchrte, formuliert der deutsche Kulturwissenschaftler Falco Schmieder.<sup>5<\/sup>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grenzverl\u00e4ufe sind politisch institutionalisierte Instrumente, um Personenbewegungen zu kontrollieren.&nbsp; Grenzen bringen Einschluss, Abgrenzung und Disziplinierung mit sich. Reisende werden je nach gesetzlichem Auftrag, Interessensperspektiven und Ermessen in die Kategorien \u201eerlaubt\u201c und \u201everboten\u201c eingeteilt. Dabei birgt der Ermessensspielraum mitunter Risiken f\u00fcr Reisende,<sup>6<\/sup> so der kanadische Politikwissenschafter und Anthropologe, Mark Salter. Wie sich dieser Spielraum der Grenzbeamten in Grenzsituationen anf\u00fchlt, konnte ich im Forschungsfeld am eigenen Leib versp\u00fcren.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den physischen Erscheinungen vor der Br\u00fccke \u2013 die erw\u00e4hnten schweren Metallt\u00fcren, der blauwei\u00dfe Holzbalken, die Hinweistafeln (siehe Abb.) &#8211; stelle ich mein pers\u00f6nliches Konzept der Wahrnehmung von Grenze und der Funktion eines Grenzflusses gegen\u00fcber:&nbsp; in meiner Vorstellung verl\u00e4uft die Grenze entlang eines Flusses in dessen Mitte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ist die Grenze nicht so eindeutig wie es scheint. W\u00e4hrend ich die Grenze nicht \u00fcbertreten darf, gelten f\u00fcr Landwirte die ihre Felder bestellen \u2013 wie an den Traktorspuren ersichtlich \u2013 andere Regeln. Zudem hat sich in dieser Region im Laufe der Jahrhunderte wegen des m\u00e4andernden Flusses auch der Flussverlauf ver\u00e4ndert. Dies f\u00fchrt zu Abweichungen des Grenzverlaufs vom Flussverlauf. Aus diesem Grund, so Aussagen des B\u00fcrgermeisters zufolge, und auch aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen und Vererbung lieben Argarfl\u00e4chen teilweise hinter der Staatsgrenze. Die Grenze als Filterfunktion von Personenbewegungen ist demnach nicht f\u00fcr alle Personen gleich. Daran \u00e4ndert auch die Tatsache nichts, dass es an der Br\u00fccke keine f\u00fcr mich ersichtliche Kontrolle gab. Doch dieser Abschnitt der Gr\u00fcnen Grenze wurde zum Zeitpunkt der Forschung mithilfe technischen Ger\u00e4ts, das mehrere hundert Meter entfernt installiert war, von mir unbemerkt \u00fcberwacht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am nahen internationalen Grenz\u00fcbergang dagegen f\u00fchren slowenische und kroatische Grenzbeamt*innen mehrere Meter vom Grenzfluss entfernt auf slowenischem Staatsgebiet in entsprechenden baulichen Vorrichtungen, die Kontrollen durch. Dies, so erkl\u00e4rt ein dort t\u00e4tiger slowenischer Beamter freundlich, ist der aufw\u00e4ndigen Kontrolle der hier \u00fcberwiegend passierenden Lastkraftwagen geschuldet. Slowenische und kroatische Beamt*innen, so erkl\u00e4rt er mir, kontrollieren die Personenkraftwagen in ihren Kabinen getrennt voneinander, die LKW jedoch gemeinsam.&nbsp; Die baulichen Vorrichtungen f\u00fcr die kroatische Grenzkontrolle auf der anderen Seite des Flusses bleiben v\u00f6llig ungenutzt. Die \u201eGemeinsame Kontrolle\u201c wird auf slowenischem Staatsgebiet vorgenommen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>NATIONALSTAATEN<\/strong>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die slowenische und kroatische Grenzpolizei kooperiert ist keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Tennen doch Staatsgrenzen Nationalstaaten voneinander. Die gesetzlichen Grundlagen sowie Ein- und Ausreisebestimmungen sind demnach auch verschiedene. An den Grenzen treffen nicht nur Grenzmacht, sondern auch politische und soziale Grenze zusammen. Kulturelle, sprachliche oder wirtschaftliche Grenzen hingegen m\u00fcssen nicht mit nationalstaatlichen Grenzen zusammenfallen, konstatiert die Kulturanthropologin Alexandra Schwell.<sup>7<\/sup>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nationalstaatliche Grenzen k\u00f6nnen die Kontakte zu Verwandten und Freunden in den Anrainergemeinden empfindlich erschweren. Cross-border Studien belegen, dass die Interessenslagen von Grenzanrainer*innen oft nicht mit jenen der staatlich angeordneten Grenzregimes einhergehen. Denn, so die d\u00e4nische Grenzforscherin Dorte Jagetic Andersen, \u201ecross-border cooperation articulates independency of EU policies at the level of the individual region or locality, and sometimes in the opposite direction of the EUs intention.<sup>8<\/sup> Auch die Bewohner*innen in der hier beforschten Grenzregion pflegen ungeachtet der politischen Verh\u00e4ltnisse eine Summe gemeinsamer Praktiken und Traditionen, die in gemeinsamen kulturellen Veranstaltungen aufrechtzuerhalten werden. Der B\u00fcrgermeister von Bistrica f\u00fchrt hier das Fest auf der Br\u00fccke des 1. Mai, Musikveranstaltungen der \u00f6rtlichen Blasmusikkapelle und der hier ans\u00e4ssigen Musikszene in einem Jugendclub, Wettk\u00e4mpfe der Feuerwehren, Schulveranstaltungen, gemeinsame Abendessen der Stadtpolitiker, und anderes mehr. An zwei musikalischen Darbietungen, die zur selben Zeit im selben Haus stattfanden, konnte ich im Zuge der Forschungst\u00e4tigkeit auch beiwohnen. Die Bev\u00f6lkerung pflegt eben nicht nur gemeinsam Kulturpraktiken, sondern sind auch beide Bewohner*innen von EU-Mitgliedsstaaten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>UNIONSB\u00dcRGERSCHAFT\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Staatsangeh\u00f6rigkeit ein Mensch hat ist in der Phase einer Grenzkontrolle nicht unerheblich. Eine Staatsb\u00fcrgerschaft ist das rechtliche Band zwischen B\u00fcrger*innen und Staat, und sie ist mit verschiedenen Sicherheiten und Privilegien verbunden. Die Staatsb\u00fcrgerschaft der Angeh\u00f6rigen in EU-Mitgliedsstaaten ist auch mit der Unionsb\u00fcrgerschaft verbunden und bietet damit neben Freiz\u00fcgigkeit innerhalb der Union auch diplomatischen Schutz und Vertretung in L\u00e4ndern, in denen keine Auslandsvertretung vorhanden ist. Sie begr\u00fcndet besondere Rechte als Schutz- und Abwehrrechte gegen den Staat (Reisefreiheit, Auslieferungsverbot) sowie Einstandsanspr\u00fcche im Verh\u00e4ltnis zu Dritten (konsularischen Schutz, internationale Prozessf\u00fchrung) sowie Teilhaberechte am Staatsleben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Alltag ist uns kaum bewusst, welches Privileg der Besitz des Reisepasses eines EU-Mitgliedsstaates ist. In der Situation des \u00dcbertritts in einen anderen Staat und des Pr\u00fcfvorganges bekommt dieses Dokument allerdings f\u00fcr mein pers\u00f6nliches Empfinden einen k\u00f6rperlich wahrnehmbaren Wert. Es verbrieft eine Versicherung, eine Garantie, mich trotz des unangenehmen Pr\u00fcfvorgangs aufgrund der mir zustehenden Freiz\u00fcgigkeit auf EU-Gebiet aufzuhalten zu d\u00fcrfen. Somit stand ich aus rechtlicher Sicht w\u00e4hrend der Polizeikontrolle immer auf sicherem Terrain. Meine Gef\u00fchle w\u00e4hrend des Kontrollvorganges haben dennoch eine Fehlbeurteilung der Situation durch die Grenzbeamten erwogen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>GRENZLINIEN UND SPUREN<\/strong>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der Anh\u00f6he aus betrachtet konnte ich den Verlauf der Staatsgrenze einsehen. Grenzen zwischen Nationalstaaten verlaufen entlang von Linien. Doch, so konstatiert Green, sind Linien allein unzureichend, um Grenze zu verstehen. Sie sind nur relevant, um ein Gef\u00fchl von Grenzhaftigkeit verst\u00e4ndlich zu machen. Dem Ort des Grenz\u00fcberganges liegt damit eine Einzigartigkeit zugrunde, die durch die Art und Weise, wie die Menschen die Grenze in ihrem Alltag erleben, widerlegt wird. Was der Linie jedenfalls fehlt, ist ein Gef\u00fchl f\u00fcr das Vergehen der Zeit, der Geschichte. Spuren k\u00f6nnen als ein Mittel zum Verst\u00e4ndnis von Grenze sein, da sie sowohl Zeit als auch Raum gleichzeitig einschlie\u00dft.<sup>9<\/sup>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Traktorspuren auf der Br\u00fccke zeugen davon, dass die Grenze \u00fcberquert wird. An weiteren Spuren an diesem Ort gibt es Zeugnisse einer fr\u00fcheren industriellen Nutzung, Eisenbahnschienen, die seit dem Einstellen des Bahnbetriebes von Pflanzen bewachsen werden. An anderen Zeugnissen f\u00fcr das Vorliegen einer Grenze gibt es an einer Seite der Grenze landwirtschaftlich genutzte, auf der anderen Seite brachliegende B\u00f6den, Grenzz\u00e4une mit Stacheldraht entlang des Flusses, soweit das Auge reicht. Wenige Wohnh\u00e4user gibt es erst in einiger Entfernung zum Grenzfluss zu sehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Green ist der Meinung, dass Spuren auch ein Zeitgef\u00fchl evozieren. Sie sind durchl\u00e4ssig und lassen Raum f\u00fcr Zweifel und Spekulationen, sie ver\u00e4ndern sich im Laufe der Zeit oder verschwinden ganz. Vor allem aber verbindet die Spur Raum und historische Zeit, damit sind sowohl Raum als auch Zeit als lebendig und kontingent anzusehen.<sup>10<\/sup> Die Traktorspuren auf der Br\u00fccke vermittelten mir die Information, dass die Br\u00fccke genutzt werden kann. Nach meiner pers\u00f6nlichen Ansicht \u00fcber Grenzfl\u00fcsse, liegt f\u00fcr mich die Grenze in der Mitte des Flussverlaufs. So gelange ich auch zur Ansicht, keine Grenzverletzung zu begehen, wenn ich bis zur Mitte der Br\u00fccke gehe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>GRENZREGIME\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pr\u00fcfvorgang durch die Beamt*innen hat sich mir als sehr unangenehme Erinnerung eingepr\u00e4gt. Insbesondere der Umstand, dass meiner ehrlich gemeinten Angabe, keine Grenzverletzung begangen zu haben, kein Glauben geschenkt wurde, verunsicherte mich. Zudem wirkten die Abnahme des Reisepasses und die damit erzwungene \u201eAnhaltung\u201c in k\u00f6rperlicher und psychischer Hinsicht auf mich ein. Diese polizeiliche Amtshandlung konfrontierte mich mit einem noch nie erlebten Statusverlust. Das erinnert mich an die Ausf\u00fchrungen des Politikwissenschaftlers Mark Salter, der hier den K\u00f6rper des Individuums im Mittelpunkt der Analyse sieht, auf den Makro- und Mikropolitik der Machtstrukturen um die Durchl\u00e4ssigkeit von Staatsgrenzen einwirken.<sup>11<\/sup>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer eine Grenze \u00fcbertreten m\u00f6chte hat sich, so Salter, einem Grenzregime zu unterwerfen, und er begreift den Grenz\u00fcbertritt als eine Form des klassisch anthropologischen \u201e\u00dcbergangsritus\u201c. In der liminalen Phase des Ablaufs werden Rituale des Gehorsams, des Bekenntnisses und der Diskretion vollzogen. Reisende haben die souver\u00e4ne Macht des Staates, den sie betreten, anzuerkennen, sie haben auf Verlangen den Reisepass auszuh\u00e4ndigen und Fragen zur Begr\u00fcndung des Grenz\u00fcbertrittes wahrheitsgem\u00e4\u00df zu beantworten.<sup>12<\/sup> Es liegt in der Folge im Ermessen des Souver\u00e4ns zu beurteilen, die Reisenden zu klassifizieren und zu entscheiden, ob der Grenz\u00fcbertritt erlaubt wird oder nicht.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser liminalen Phase des \u00dcbergangsrituals, verlieren Reisende umfangreiche Rechte, die sie aufgrund ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zu ihrem Nationalstaat haben. Salter beschreibt dies folgenderma\u00dfen: \u201eThe application of sovereign power at the border is absolute; travelers possess only basic human rights guaranteed by international conventions and dramatically circumscribed nationally derived rights.\u201c<sup>13<\/sup>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Beginn der intensiven Migrationsbewegungen wurde die Schengen-\u201eAu\u00dfen\u201c-Grenze zur Bastion, die mittels Z\u00e4unen und intensiven Kontrollen wie eine Sicherheitshochburg gegen das von Europa unerw\u00fcnschte Eindringen von Migrationsstr\u00f6men aufger\u00fcstet wurde.&nbsp; Diese symbolische Aufladung der Grenze als Schutz der als \u201erein\u201c vorgestellten Gemeinschaft vor \u201emobiler Verschmutzung\u201c verdeutlicht, dass Grenzen mit weit mehr als nur mit Fragen der staatlichen Territorialit\u00e4t verbunden sind,<sup>14<\/sup> so die Kulturanthropologin Schwell. Schon Foucault formuliert seine Theorie, wie Institutionen funktionieren: durch Disziplinierung werden gehorsame und sich selbst kontrollierende Subjekte geschaffen (Foucault 1977:193). Die k\u00f6rperlichen und psychischen Erscheinungen, die im Zuge dieser Machtsituation auftreten, scheinen, so Foucault, au\u00dferdem immer alle Eventualit\u00e4ten dessen, was geschehen kann, zu erw\u00e4gen, somit mit allem zu rechnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein erh\u00f6hter Puls hat demnach nicht phantasiert, sondern auf eine machtaus\u00fcbende Situation ad\u00e4quat reagiert. Die ethnographische Betrachtung veranschaulicht, so Schwell, \u201chow we can observe the &#8216;doing&#8217; of emotions in practice. They help to illuminate the anthropology of emotions. Mind and body cannot be separated.\u201c<sup>15<\/sup> Ich habe den Prozess, dass mein Status in der Hand staatlicher Exekutive ist, im Zuge dieser Forschung selbst zu sp\u00fcren bekommen. Szenen in Zusammenhang mit Migration laufen in dieser Situation der Amtshandlung und des Nicht-Verstehens der Sprache in meinem Kopf ab und vermittelten meinem K\u00f6rper das Gef\u00fchl, der Staatsmacht ausgeliefert und mangels Sprachkenntnisse auch zur Sprachlosigkeit verurteilt zu sein. Schwell formuliert dazu \u201eGrenzen stiften Bedeutung, sie haben Handlungsmacht. Grenzen produzieren Unterschiede und schaffen soziale R\u00e4ume, Hindernisse, Klassifikationen und Gelegenheiten. Die Grenzfunktion und die Grenzinfrastruktur sind machtvolle Faktoren.\u201c<sup>16<\/sup> Wer hat nicht im Zuge einer Grenzkontrolle schon mal ein mulmiges Gef\u00fchl gehabt, wenn man sich nicht restlos sicher war, nichts zum Verzollen mitzuf\u00fchren?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>SCHLUSSFOLGERUNG<\/strong>\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mittels der ethnografischen Vignette habe ich hier eine Verdichtung der relevanten Aussagen \u00fcber das Forschungsfeld vorgenommen. Die kulturwissenschaftliche Analyse meines gesamten empirischen Materials, der beobachtbaren sozialen Praktiken und der k\u00f6rperlichen Vorg\u00e4nge, die im Zuge einer Polizeikontrolle an der Grenze stattfinden, erlaubt es, die darin wirksam werdenden Kr\u00e4fte und Mechanismen nachvollziehbar darzustellen. Daraus lerne ich, dass neben den Sinneswahrnehmungen auch k\u00f6rperliche Sensationen Aussagen \u00fcber komplexe Situationen treffen k\u00f6nnen. Schwell h\u00e4lt dazu fest: \u201eYet, emotions are not the opposite of ratio, but they are embodied social practices the acquire and reproduce meaning and effects within a specific context.\u201c Emotionen sind wissenschaftlich relevante Praktiken.<sup>17<\/sup>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>NACHTRAG<\/strong>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit 1.1.2023 wurde Kroatien in den Schengen-Raum aufgenommen. Der Rat der Innen- und Justizminister*innen der EU hat am 22. Dezember 2022 einstimmig entschieden, dass Slowenien die Schengen-Standards erf\u00fcllt. B\u00fcrger*innen, die Schengen-Staaten angeh\u00f6ren, d\u00fcrfen die Binnengrenzen an jeder Stelle ohne Personenkontrolle \u00fcberschreiten. Die Rechtsgrundlagen an der slowenisch-kroatischen Grenze, und damit auch an diesem Grenzabschnitt, haben sich durch diesen Akt mit Jahreswechsel schlagartig ver\u00e4ndert. Beinahe w\u00e4re dies im Dezember 2022 an einem Veto \u00d6sterreichs gescheitert. Somit verschiebt sich die Schengen-Au\u00dfengrenze an die Grenzen Kroatiens zu Serbien und Bosnien, Herzegowina und Montenegro. An allen internationalen Grenz\u00fcberg\u00e4ngen Sloweniens zu Kroatien entfallen nun die Personenkontrollen, die Grenzz\u00e4une entlang der 670 km langen Grenze zwischen Slowenien und Kroatien k\u00f6nnten nun entfernt werden. Der B\u00fcrgermeister der Gemeinde Bistrica ob Sotli w\u00e4re bereits w\u00e4hrend unserer Forschung bereit gewesen, auf Kosten der Gemeinde sofort nach Jahreswechsel die Z\u00e4une im Gemeindegebiet zu entfernen. Das wird nicht gestattet, denn die Grenzz\u00e4une fallen in die Zust\u00e4ndigkeit des Bundes. Wie ich an einem Facebook-Eintrag \u00fcber das Fest zum 1. Mai 2023 an der Br\u00fccke erkennen kann, sind die Grenzz\u00e4ume zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht abgebaut.<sup>18<\/sup> Mit Jahreswechsel wurde in Kroatien der Euro eingef\u00fchrt. Vielleicht hilft zumindest dies dabei, die neunzehn Jahre lange dauernde Schengen-Au\u00dfen-Grenzbastion rasch aus den Mindsets von Slowen*innen und Kroat*innen zu bannen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Grenz\u00fcbertritt an der Br\u00fccke der Freundschaft in Bistrica ob Sotli ist nun nicht mehr nur vermeintlich, sondern tats\u00e4chlich ein gem\u00fctlicher Spaziergang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>ENDNOTEN<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>1<\/sup>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/photo\/?fbid=4841767169267435&amp;set=pcb.5070733959642814\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.facebook.com\/photo\/?fbid=4841767169267435&amp;set=pcb.5070733959642814<\/a>\u00a0(24.7.2023)\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>2<\/sup>\u00a0<a href=\"https:\/\/zapad.tv\/most-prijateljstva-okupio-kumrovcane-i-slovence-iz-bistrice-ob-sotli\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/zapad.tv\/most-prijateljstva-okupio-kumrovcane-i-slovence-iz-bistrice-ob-sotli\/<\/a>\u00a0(18.10.2023)\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>3<\/sup>\u00a0Vgl.\u00a0Schwell,\u00a02015,\u00a0S.101\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>4<\/sup>\u00a0Green, 2009, S.2\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>5<\/sup>\u00a0Vgl. Schmieder,\u00a02021, S.32\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>6<\/sup>\u00a0Vgl. Salter,\u00a02005,\u00a0S.46\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>7<\/sup>\u00a0Vgl.\u00a0Schwell,\u00a02015, S.268\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>8<\/sup>\u00a0Anderson,\u00a02012,\u00a0S.10\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>9<\/sup>\u00a0Vgl. Green 2009, S.17\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>10<\/sup>\u00a0Vgl.\u00a0ebd.\u00a0\u00a0S.32\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>11<\/sup>\u00a0Vgl. Salter,\u00a02005, S.40\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>12<\/sup>\u00a0Vgl.\u00a0ebd., S.42\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>13<\/sup>\u00a0Salter 2005, S\u00a044\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>14<\/sup>\u00a0Vgl.\u00a0Schwell 2018, S.274\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>15<\/sup>\u00a0Vgl.\u00a0Schwell\u00a02015, S.107\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>16<\/sup>\u00a0Schwell 2018, S.279\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>17<\/sup>\u00a0Schwell\u00a02015, S.96\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>18<\/sup>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/photo?fbid=5932029293574545&amp;set=pcb.6178008985581967\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.facebook.com\/photo?fbid=5932029293574545&amp;set=pcb.6178008985581967<\/a>\u00a0(24.7.2023)\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>LITERATURVERZEICHNIS\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anderson, Dorte, Klatt, Martin und Sandberg, Marie (2012) (Hg.): The Border Multiple. The Practicing of Borders between Public Policy and Everyday Life in Re-scaling Europe. Farnham (England) and Burlington (USA): Ashgate Publishing Limited&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anderson, Dorte, Sandberg, Marie (2012): Introduction. S.1-19 in: Anderson, Dorte, Klatt, Martin und Sandberg\/Marie (2012) (Hg.): The Border Multiple. The Practicing of Borders between Public Policy and Everyday Life in Re-scaling Europe. Farnham (England) and Burlington (USA): Ashgate Publishing Limited&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Foucault, Michel (1994): &#8220;\u00dcber die Regierung der Lebenden&#8221;, In: P. Rabinow (Hg.) Ethik: Subjectivity and Truth. Essential Works of Foucault 1954-1984. New York: New Press. S.81-85.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Green, Sarah (2009): Lines, Traces and Tidemarks: reflections on forms of borderlines. Nicosia WG1 Meeting, 14-15th April, 2009.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Salter, Mark B. (2005): At the threshold of security: A theory of international borders. S.36-50 in Zureik, Elia, Salter, Mark (2005) (Hg.): Global Surveillance and Policing: Borders, Security, Identity. UK: Willan Publishing&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schmieder, Falko (2021): Entwicklungslinien einer interdisziplin\u00e4ren Begriffsgeschichte von Grenze. In: Gerst, Dominik, Klessmann, Maria, \/Kr\u00e4mer\/Hannes (Hg.) (2021): Handbuch f\u00fcr Grenzforschung, Baden-Baden: Nomos Verlagsges.mbH,&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwell, Alexandra, Eisch-Angus, Katharina (2018) (Hg.): Der Alltag der (Un-)Sicherheit: ethnografisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die Sicherheitsgesellschaft. Tagung \u201eDer Alltag der (Un-) Sicherheit\u201c 2015. Berlin: Panama Verlag&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwell, Alexandra (2018): (Un-)Sicherheit und Grenzen, S.267-282 in: Schwell, Alexandra, Eisch-Angus, Katharina (2018) (Hg.): Der Alltag der (Un-)Sicherheit: ethnografisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die Sicherheitsgesellschaft. Tagung \u201eDer Alltag der (Un-)Sicherheit\u201c 2015. Berlin: Panama Verlag&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwell\/Alexandra (2015): The Security-Fear Nexus. Some Theoretical and Methodological Explorations into a Missing Link in: Ethnofloor, Security, volume 27, issue 2, pp. 95-112&nbsp;<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>by Hannelore Kohlweg In Bistrica ob Sotli, einer slowenischen Gemeinde an der Grenze zu Kroatien, verl\u00e4uft zwischen den beiden EU-Mitgliedsstaaten die Staatsgrenze weitestgehend entlang des Flusses Sotla. Der Grenzverlauf entlang der Sotla ist eine aus der Natur abgeleitete \u201eGr\u00fcne Grenze\u201c. 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